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Trauer

Trauer

Beitragvon Ajoscha am So 28. Okt 2012, 12:48

Da das Thema Trauer im Moment wieder "aktuell" ist, möchte ich einfach mal meine "Gedanken" und Gefühle dazu schreiben.

Der Tod gehört in unserem Leben dazu. Jeder Mensch geht damit unterschiedlich um, allerdings "verarbeitet" es Jeder anders,dem Einen fällt es leichter dem Anderen schwerer.

Ich denke eigentlich sehr realistisch, was mir oft als pesimistisch vorgeworfen wird.
Habe schon viele Menschen und Tiere "gehen" lassen müssen,ich war einfach "machtlos".Habe dann gedacht dies macht mich stärker,es war aber nicht so. :nein:

Selbst nach vierzig Jahren bin ich immer noch nicht über den Tod meiner Mutter hinweg. :nein: Und nach einem Jahr habe ich den Tod von Ajoscha immer noch nicht richtig "verarbeitet".

Ich weiß dies ist ein "schweres" Thema aber es "beschäftigt" uns alle.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Kraft :ja:

LG :cat7:
Ajoscha
 

Re: Trauer

Beitragvon Samuja am So 28. Okt 2012, 13:33

Ich stimme Dir zu - jeder geht seinen Weg beim Loslassen.
Ich selber komme schnell über Abschiede hinweg. Ob Katzen oder Menschen sehe ich selbst im Fall des Todes die schöne Zeit, die ich gemeinsam mit dem Wesen haben durfte.
Dass alles irgendwann endet macht mir weder Angst, noch macht es mich traurig. Es sorgt eher dafür, dass ich nichts als selbstverständlich ansehe und mir alles bewusst mache.

Das Wichtigste ist, dass die Menschen und Tiere sich meiner Liebe bewusst waren. Hab ich das geschafft ist es ok, wenn unsere gemeinsame Zeit vorübergeht.

Ich darf mir immer anhören, ich wäre ja so "unemotional" wenn jemand stirbt. Die MEnschen zweifeln, dass ich denjenigen geliebt hab, weil ich einfach nicht weine. Ich hab einfach kein Bedürfnis dazu.
Eher sorge ich dann - wie grad im Falle meiner Großeltern - für eine schöne Rede und gute Musik bei der Beerdigung.
Auch mit meinen Eltern ist abgesprochen, dass ich die Grabrede halten werde.

LG, Sam
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Re: Trauer

Beitragvon Weberli am So 28. Okt 2012, 19:47

Ich hab schon so viele meiner Lieben verloren seit der Kindheit, dass ich das mitlerweile doch ganz gut "wegstecke". Aber ich hasse Beerdigungen. Uah! Das ist so gräßlich den Schmerz der nächsten Angehörigen zu sehen, wenn einem selber das Herz blutet! :cat-sad: Man möchte trösten, aber weis nicht wie. Damit kann ich schlecht umgehen.

LG, Angelika.
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Re: Trauer

Beitragvon Ajoscha am Mi 31. Okt 2012, 14:53

Möchte nur noch dazu sagen,das ich vielleicht "leider" zu gefühlsmäßig reagiere.

Unsere momentane "Welt" bzw. die "Menschen" lassen uns so "kalt" werden.Ich gebe mir die allergrößte Mühe menschlich und einfühlsam zu bleiben, aber es wird mir sehr schwer gemacht. :cry:

Und trotz allem trauer ich immer noch um meinen Ajoscha.Denn es gibt keinen "Ersatz". :nein:

LG :cat7:
Ajoscha
 

Re: Trauer

Beitragvon Samuja am Mi 31. Okt 2012, 18:09

Du sprachst es im anderen Thread an: Unterschied zwischen Großstadt und Dorf.
Vielleicht ist das auch zu diesem Thema passend. Ich empfinde die Menschen um mich herum nicht als kalt. Ich lebe in einer gewissen Nestwärme in meinem Dorf, und Gefühle sind natürlich da, aber nichts, wessen man sich schämen müsste oder andere einem auszureden versuchen.

Ich bin ein sehr gefühlsbetonter Mensch, aber allein die Vorstellung, dass die Tiere weitergehen, tut gut.
Man sieht sich immer 2x im leben - oder eben danach.
Tod und Abschied sind nie für immer.

LG, Sam
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Re: Trauer

Beitragvon Plüschpower am Do 1. Nov 2012, 18:43

Hallo zusammen

Ich hab mir mal sagen lassen das Trauerarbeit mindestens 2 Jahre dauern soll.
Ich halte mich nicht mit solchen fakten und Statistiken auf.
Ich sehe das mit dem Sterben so:

Sterben soll sehr friedlich und angenehm sein. Und da ich an ein leben nach dem Tod glaube, sehe ich das immer so, das nur die Dimension gewechselt wird in der man den irdischen Körper nicht mitnehmen kann. Da er dort unnötiger Ballast für unsere weiter lebende Seele ist.
Alles hier ist nur eine Leihgabe, sei es die dinge die wir alltäglich nutzen oder unser Körper hier. Ich sehe auch die Farbe schwarz als nicht angenehme trauerfarbe, ich bin da für weiß, denn weiß is die eigentliche Farbe der trauer und der Reinheit.
Ich finde es schade das dies Thema Tod und sterben noch so tabu ist.

Manchmal nehme ich mir eine feder und bespreche sie mit einem Gruß und lasse diese dann los. Der Gruß kommt in jedem Fall beim Empfänger an.

LG Plüschy
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Hasta luego muchos los plüschos
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Re: Trauer

Beitragvon Mephisto am Fr 2. Nov 2012, 21:30

Diee Frage ist ja hier viel eher "Was ist TRauer?" Was versteht der Einzelne darunter? Jeder trauert anders, jeder auf seine eigene Weise, Tränen haben nur bedingt etwas damit zu tun.

Aber ich bin eigentlich auch ein Mensch, der vieles gut wegstecken kann. Das kommt jedoch meistens daher, dass ich oftmals denke: Glück für dich, alles Leid, jeder Schmerz ist nun vorbei, kein Unglück mehr. Ich bin mir, wie schon mehrfach gesagt, nicht recht schlüssig, ob ich an ein Leben oder bzw.ein Weiterexistieren nach dem Tod glauben soll, möchte es aber gern, denn es gibt wiederum HOffnung. Ihc habe mal einen schönen Spruch an einem Friedhofstor gesehen (und cih war früher förmlich an diversen Friedhöfen "zu Hause"): "Tod ist Tor zum Leben". Das kann man jetzt deuten wie man möchte. Je nachdem wie man aufgewachsen ist, woran man glaubt, hat man verschiedene Ansichten, was Tod betrifft.

Aber eines ist sicher: Trauer ist wichtig! Immens wichtig. Sie tut weh, man leidet, es schmerzt so sehr, dass man nicht weiß wohin mit sich. Aber sie ist wichtig. Denn: Wer sind wir, wenn wir aufhören zu trauern?

Ich kann es nachempfinden, wenn man vieles nicht richtig verarbeiten kann. Glaube mir, dass ich heute noch, nach 5 Jahren, um meine geliebte Omi weine. Ich habe es sicher schon öfter gesagt, aber sie war "MEIN Mensch". Ich habe sie über alle Maßen geliebt und ich würde sie noch heute auf Händen tragen, wenn ich doch nur könnte. Was sie an mir getan hat in meinen 25 Lebensjahren (zu damaliger Zeitrechnung), das gibt es nirgendwo. Ich hatte eine richtige, "echte" Omi und sie war mir lieb und teuer. Ich kann gar nicht in Worte fassen wie sehr ich meine Omi geliebt und verehrt habe. Sie war alles für mich, sie war mein Licht, sie war mein Halt, nur dank ihr lebe ich noch. Das mag krass klingen, aber ich wäre untergegangen ohne meine Omi. Sie war mein Fels in der Brandung, in ihr hatte ich alles: Familie und Freund. Ich denke niemand außer uns beiden weiß, wer oder was ich geworden wäre ohne ihre Unterstützung. Sie stand stets an und auf meine Seite, hat mich ermutigt, aber auch zurückgehalten, sie hat mich geheilt, sie gab mir all das, was ich nirgends bekam. Sie hat mich so vieles gelehrt, mir so vieles gezeigt. Sie war wirklich ein echter und richtiger Engel. Ich würde so ziemlich alles tun, alles austauschen nur dafür um meine Omi noch einmal bei mir haben zu können.

Wir denken immer wir müssten dem Menschen noch so vieles sagen, aber das stimmt nicht. Der Mensch weiß bereits, was wir sagen wollen. Genau dasselbe gilt für die Tiere. Taten sagen mehr als 1000 Worte....Ich denke oft, ich möchte meiner Omi unbedingt noch einmal sagen wie sehr ich sie geliebt habe, wie sehr ich sie verehrt und respektirt habe. Ich hatte sehr sehr große Achtung vor meiner Oma und sie war ein so herzensguter Mensch, so etwas habe ich nie mehr irgendwo erlebt oder gesehen. Aber weißt Du: Meine Omi weiß das! Sie wusste es auch damals schon. Ha, nur Gott weiß, was meine arme Omi alles mit mir mitmachen musste. ;-) Ich war sicherlich auch manchmal blöd zu ihr ohne es zu wissen oder gar zu wollen, abersie wusste ohne Worte, dass ich für keinen anderen Menschen auf dieser Welt so viel tun würde wie für sie.

Die Beziehung zwischen mir und meiner Omi war etwas ganz Besonderes und etwas sehr Einzigartiges. Wir wären gerne für mein Studium zusammen weggezogen und ich wollte das. Und sie sagte immer: Kindchen, ich bin doch nur wegen DIR hier! Meine Omi hatte wahrlich kein leichtes Leben und hat wegen mir und für mich vieles mitgemacht. Das nennt man einfach Liebe. Wen auch immer ich "enttäuschen" würde, es wäre mir egal. Nicht bei meiner Omi. Sie war mir der wichtigste Mensch in meinem Leben.

Noch heute weine ich um sie. Soviel Tränen hab ich schon geweint. Und ich habe mit ansehen müssen, wie meine Oma von einem lebensfrohen Menschen zu einem dahinsiechenden Krüppel operiert wurde! Ich war dabei als meine Omi schußendlich erstickt ist. Nach 12 Wochen Krankenhaus, 9 Operationen, Durchgangssyndrom, Depressionen, schlimmsten Schmerzen, Ich habe da gestanden und es gesehen wie sie dann gestorben ist. Ich hatte sie nur 6 Tage noch zuhause, dann ist sie ganz elendig gestorben, geradezu krepiert. DAS hat meine Oma nicht verdient. Eben sie nicht. Sie war der liebste, beste, treueste Mensch, den ich jemals kennenlernen durfte.

Aber wir müssen lernen loszulassen. Es heißt, dass unsere Lieben nicht gehen "können", wenn wir sie nicht lassen. Wenn wir sie mit aller Gewalt festhalten und sie sich praktisch nicht "trauen" zu gehen, ist das wie eine Verdammnis. Das sagt man auch über Sterbende...man muss sie loslassen. Ziehen lassen. Ins Paradies, ins Regenbogenladn, wohin auch immer, damit sie wirklich in Ruhe und FRieden gehen können. Ich glaube manchmal, dass meine Omi deswegen so lange durchgehalten hat, weil ICH es nicht konnte. Ich wollte sie nicht loslassen, wollte sie nicht verlieren. Bis ihre Kräfte dann schwanden. Sie hat sich tapfer gehalten. Ich habe ihr damals den Mund verboten als sie darüber sprechen wollte, was nach ihrem eventuellen Tode passieren sollte. Ich habe ihr den MUnd verboten und wollte darüber nicht sprechen. Ich hätte sie reden lassen sollen...heute weiß ich das. Ich hätte ihr ein Bedürfnis ncht nehmen dürfen, es wäre ihr eine Erleichterung gewesen, wenn sie darüber hätte sprechen können. Sie wäre beruhigt gewesen. Aber ich hab es nicht zugelassen. Ich wollte nicht, dass ausgerechnet sie darüber sprach. Es brach mir schier das Herz, aber verhindern konnte ich es dennoch nicht....ich kann den Tod nicht "verbieten"...leider...

Ich denke, genau wie Plüschi sagt, dass wir viel offener mit dem Tod umgehen müssen, vor allem aber mit den Menschen, die spüren, dass es bald soweit ist. Ein sterbender Mensch hat oft das Bedürfnis darüber zu reden und wir sollten es ihnen gleich tun. So sehr wir uns auch wehren, passieren wird es dennoch. Auch uns wird dies eines Tages passieren. Es gibt nichts auf dieser Welt, was so sicher feststeht wie dieses. Es ist ein Gesetz. Und damit müssen wir uns auf die eigene Art und Weise abfinden und gehen lassen können. So schwer es auch ist...und so schmerzvoll dies auch ist.

Ich habe viele Menschen und Tiere gehen lassen müssen. Menschen und Tiere, die mir sehr sehr nahe standen. Meine beste Freundin, als ich 15 war. Ein Freund, als ich 16 war. Und viele weitere, die ich gar nicht alle aufzählen mag.
Bei meinen Tieren hatte ich das Glück immer dabei gewesen zu sein und ich habe sie gehen lassen. Wie hätt ich damit leben sollen sie weiteren Qualen auszusetzen, nur weil ich nicht gehen lassen kann?? Welcher Tierfreund wäre ich dann?

Uns allen ist bewusst, dass alles ein Anfang und Ende hat. Wir wissen in etwa um die Lebensjahre unserer Tiere. Wenn alles gut läuft, werden sie für ihre Verhältnisse sehr alt. Natürlich nicht für unsere, aber für ihre.

Und wenn wir sagen können: Dieses eine Leben auf Erden, was du hattest, habe ich dir so angenehm wie möglich gemacht. Ich habe dir Liebe geschenkt, Zuneigung, Vertrauen, Hilfe, all das, was du brauchtest und sogar mehr. Ich bin in jeder, wirklich JEDER, Sekunde bei dir gewesen! Ich war bei dir als ich dich hab gehen lassen, denn ich habe dein Leben geteilt so wie du meines, und genau deswegen teile ich mit dir auch die schwerste Stunde, nämlich den Übergang. Wenn wir all das sagen können, ja, dann sollten wir dankbar sein! An all die schönen Momente denken. Wir dürfen trauern, aber mehr noch sollten wir uns freuen, dass wir so ein unschätzbares Glück hatten mit einem wunderbaren Menschen oder Tier ein Weg unseres Lebens geteilt haben zu dürfen. Welch Privileg! Wir dürfen trauern, das sollten wir auch, aber vielmehr müssen wir dankbar sein, uns freuen, dass wir eine wundervolle Zeit hatten, dass wir unser Leben teilen durften und auch mit uns das Leben geteilt wurde. Das ist wichtig. Der Tod gehört zum Leben dazu und er ist nur ein weiterer Punkt auf dem langen Weg, den wir alle zu gehen haben!

"Leuchtende Tage - nicht weinen, dass sie vorüber.
Lächeln, dass sie gewesen!"

(Konfuzius)
:pfote: Liebe Grüße von Bine & den Fellis :pfote:

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