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Die Geschichte von Brontolo

Die Geschichte von Brontolo

Beitragvon Chaosqueenie am Do 27. Okt 2011, 17:56

...hab ich irgendwo mal entdeckt, abgespeichert und heute wiedergefunden... und musste sofort wieder losheulen... Aber obwohl die Geschichte traurig ist, ist sie auch wunderschön.

Der Mann bewegte sich ziemlich verdächtig. Er lief halb gebückt, ab und zu schaute er sich um. Er hielt mit den Armen eine Tüte fest umschlungen. Er kam ans Ufer des rauschenden Baches und blieb eine Zeitlang dort stehen.

Er wurde von einem Jungen beobachtet der sich, mit Fröschen spielend, im Gebüsch aufhielt. Der Junge war so um die zwölf Jahren alt, groß, dürr. die Haare lang, nach hinten gekämmt, die den Eindruck vermittelten, er würde eine Mütze tragen. Unter der Nase lief eine schmierige Spur, die er ab und zu mit dem Ärmel des schmutzigen Hemdes abwischte. Seine grossen, schwarze Augen verfolgten fixierend den Mann und waren neugierig, was er da trug.

Der Mann bückte sich, legte die Tüte am Ufer ab und nahm ein frischgeborenes Kätzchen in die Hand. Das Kätzchen, noch blind, wehrte sich miauend zaghaft. Der Mann zögerte etwas, schaute sich um und mit einer hastige Bewegung warf er das Kätzchen ins Wasser.

Er erschrak, als sich der Junge schreiend auf ihn stürzte und schrie laut vor Schmerzen, als der erste Schlag sein Schienbein traf. Mit dem zweiten Schlag war der Schmerz unerträglich und er fiel schreiend rückwärts ins Wasser.

Der Junge nahm die Tüte vom Boden auf, hielt sie mit beiden Armen fest und rannte hastig davon. Erst als er in seinem Versteck in einem unbewohnten Hauskeller ankam, setzte er sich auf den Boden, sein Atem raste und sein Herz pochte in seinem Hals, so als ob es herausspringen wollte. Er legte die Tüte vorsichtig auf den Boden und riss sie langsam auf. Drei Kätzchen zitterten und miauten, nach der schützenden Mutter suchend.

Zwei Jahren vergingen, in der Zeit waren zwei Katzenbabys bereits gestorben. Das Dritte wuchs zu einem prächtigen Kater heran. Der Junge verbrachte jede freie Minute mit ihm. Er ging zum Ufer, dort angekommen schaute er sich um
und pfiff „fiiiuuuuuufiiiii“. Zwei Ohrenspitzen ragten hinter einem Stein hervor, dann sprang der Kater zur Seite und rannte brummend zum Jungen. Er lachte und beide freuten sich. Sie spielten, rannten und gingen am Ufer entlang spazieren.

Doch schließlich kam der Tag des Abschiedes. Der Junge zog in die Nähe von Mailand um. Sein Vater bekam dort eine Arbeitsstelle. An diesem Tag spielten sie nicht. Der Junge saß am Ufer mit dem Kater auf dem Schoss und weinte stundenlang.

14 Jahre später stand ein junger Mann am Ufer des Baches. Er lächelte an der Erinnerung an eine vergangene Zeit. Es wurde ihm warm ums Herz, als er an die Zeiten dachte, die er mit einem Kater so fröhlich hier am Ufer des Baches verbracht hatte. Er schaute sich um, rundherum wurden viele Häuser gebaut. Der Bach wurde teilweise unterirdisch gelegt. Nur ein kurzes Stück blieb so wie damals. In Gedanken pfiff er „fiiiuuuufiiiii“ "fiiiiuuufiiii". Zwei Ohrenspitzen ragten hinter einem Stein hervor. Ein alter Kater lief zur Seite und blieb stehen.

Er konnte nicht mehr rennen. Er war bis auf die Knochen abgemagert, das Fell war stumpf und struppig. Er versuchte zu laufen, aber kippte mit dem Hinterteil zur Seite. Der Mann rannte zu ihm, nahm ihn in die Arme und hielt ihn lange fest. Der Kater brummte zuerst, dann schnurrte er lange und laut. Seine Augen waren stark entzündet und er war fast erblindet.

Der Mann setzte sich auf den Boden und streichelte ununterbrochen den Kater auf seinem Schoss. Dieser, ersichtlich erfreut, schnurrte mit einem lauten Geräusch.
Sie blieben lange so sitzend und unbeweglich. Erst lange Zeit später merkte der Mann, dass der Kater nicht mehr schnurrte und leblos auf seinem Schoss lag.

Er wurde genau an der Stelle begraben, wo er sich immer aufhielt.

:cat-cry:
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Re: Die Geschichte von Brontolo

Beitragvon Teufelchen am Do 27. Okt 2011, 19:07

Buh, ich finde die Geschichte sehr traurig. :traurig
LG Teufelchen :cat-wave:
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