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Ruhige Ruhrpott-Mietze sucht großes Herz - lang

Ruhige Ruhrpott-Mietze sucht großes Herz - lang

Beitragvon GinieFelix am Fr 3. Jan 2014, 21:39

Unsere Lebenssituation / Was eigentlich los ist
Es geht um meine Katze Ginie: Die zauberhafte Ginie wohnt seit Ende 2005 bei mir. Zuerst alleine auf 66qm, nach zwei Jahren dann mit dem etwa gleichaltrigen Kater Felix. Ich dachte, dass ich ihr etwas Gutes tue, wenn ich ihr nach dem Ende meines Studiums einen Gefährten besorge. Schließlich wäre ich dann mehr als 8 Stunden aus dem Haus. Ginie sah das leider ein wenig anders und es dauerte lange, bis die zwei etwas miteinander anfangen konnten (damals schon half mir dieses Forum mit Anteilnahme und vielen Tipps). Die große Liebe wurde es niemals, eher ein tolerieren, maximal ein akzeptieren.

Nach zwei Jahren die nächste große Veränderung, als ich mit meinem Partner zusammenzog. Fast 130qm für die beiden Racker. Wir hatten immer wieder Phasen, in denen die beiden Katzen nicht miteinander zurecht kamen und bei uns ein gewisser Ausnahmezustand herrschte.
Die größte Veränderung begann 2011, als ich schwanger wurde. Diese Zeit war zuerst völlig unproblematisch. Vor allem die 6 Wochen vor der Geburt, in denen ich zu Hause war und eigentlich nur mit den Katzen auf der Couch lag, waren traumhaft für die Zwei.

Die Zeit nach der Geburt im August 2012 war für alle neu, aber es ging. Drei Monate lang klappte alles bestens. Unsere Tochter schlief viel, in der Zeit kümmerte ich mich um die Mietzen. Ab dem dritten Monat begann die Stimmung zu kippen. Unser Kind war öfters wach, verlangte mehr Aufmerksamkeit und wurde vor allem sehr viel lauter. Ginie zeigte das erste Mal, dass sie mit der neuen Situation nicht zurecht kommt. Erst fauchte sie Felix an und haute ihn immer wieder, später fauchte sie dann auch uns an, wenn wir ihr in der Wohnung über den Weg liefen. Das erste Mal drängte sich der Verdacht auf, dass ihr zu viel Unruhe herscht. Es wurde eine Gratwanderung im Alltag, um allen gerecht zu werden.

Da sich die Situation gar nicht besserte, sondern eher immer angespannter wurde (Ginie fühlte sich zeitweise so bedrängt, dass ich sie nicht mehr anfassen durfte), ließen wir eine Tiertherapeutin kommen. Sie schaute sich die Situation an und wusste keinen Rat. Es gab Rückzugsflächen für die Tiere, Spielzeug, Naturmaterialien wie Blätter etc., Kratzbäume für den sicheren Rückzug. Abends wurde gespielt und gekuschelt.

Wir waren beim Tierarzt, um abzuklären, dass Ginies "Wut" nicht von Schmerzen herrührte und ließen ein Blutbild anfertigen. Zum Glück war alles ok. Gemeinsam mit dem Tierarzt probierten wir Feliway-Stecker, Bachblüten-Mischungen und auch Zylkene – ein Präparat, dass den Tieren das Gefühl von Geborgenheit wie zur Zeit an Mamas Zitzen geben soll. Nichts half merklich.

Nach drei Monaten wurde es ruhiger zu Hause, ohne dass es einen erkennbaren Auslöser gab. Ginie entspannte sich, ließ Felix wieder in Ruhe und nahm wieder am "normalen" Familienalltag teil, ohne Anzeichen zu zeigen, dass sie etwas störte.

Nun endete im August 2013 meine Elternzeit und ich gehe wieder Teilzeit arbeiten. Diese große Veränderung stürzte unseren Katzenhaushalt in eine erneute Krise. Ginie kam damit überhaupt nicht zurecht. In kürzester Zeit war sie wieder völlig gereizt und ließ ihre Wut vor allem an Felix aus. Dazu muss man sagen, dass er wirklich eine Engelsgeduld hat und sehr viel einsteckt.

Mein Mann und ich wechseln uns mit der Kinderbetreuung ab. Mal ist er Daheim, am nächsten Tag wieder ich. Für die gewohnheitsliebende Ginie ein weiterer Unruhepunkt im Alltag.

Nun ist unsere Tochter natürlich auch mobiler geworden und läuft durch die Wohnung. Sie weiß zwar, dass sie keine Katzen verfolgen darf, bewegen tut sie sich aber natürlich trotzdem – vor allem eben auch mit einer gewissen Lautstärke.

Die Geräusch- und Bewegungskulisse fordert Ginie scheinbar alles ab. Sie läuft mir (das allerdings auch schon immer) den ganzen Tag hinterher, ist aber jedes Mal genervt, wenn sie unsere Tochter bei mir findet (was momentan natürlich nahezu immer der Fall ist). Sie dreht sich um und faucht. Läuft ihr Felix über den Weg, faucht sie ihn an oder schlägt ihn bis ins Wohnzimmer. Mittlerweile faucht sie auch uns wieder an, wenn sie durch die Gegen läuft und wir ihren Weg kreuzen. Und seit Kurzem (bisher zum Glück nur zwei Mal) fauchte sie auch unsere Tochter an, wenn sie in ein Zimmer kommt, wo Josefine gerade spielt. Es macht den Anschein, als wäre sie von allem genervt und überreizt.

Für die Katzen gibt es das abgesperrte, kinderfreie Arbeitszimmer als Rückzug, aber das möchte sie nicht in Anspruch nehmen. Sie mag bei uns bleiben, kommt aber mit der Unruhe (die letztendlich auch ich verbreite, wenn ich mich um Kind, Haushalt etc, kümmere) nicht zurecht. Es ist erst alles gut, wenn ich auf der Couch liege und "mich nicht mehr bewege". Sie legt sich dazu, wir schmusen und spielen. In unserem Alltag ist das oftmals aber nicht jeden Abend umsetzbar.

Wir dachten, das gibt sich, wie bei der ersten große Krise, wieder von selbst und warteten. Doch es wird nicht besser.

Mittlerweile dreht sich diese Spirale immer tiefer. Ginie wird immer gereizter, "nutzt" Felix als Blitzableiter und nach mehr oder weniger langer Zeit lässt Felix seinen Frust ab. Er drängt sie derart in die Ecke, haut und beißt sie, dass sie vor lauter Angst pinkelt und sich unter der Couch verkriecht. Sind wir außer Haus, trennen wir sie. Sind wir zu Hause und es spitzt sich zu, gehen wir dazwischen und nehmen Felix mit uns in ein anderes Zimmer. Es ist teilweise sehr agressiv zu Hause.

Mit der Therapeutin habe ich zuletzt Weihnachten gesprochen. Die Situation ist in ihren Augen recht aussichtslos. Ginies Lebenssituation hat sich so maßgeblich verändert, dass wir ihr keine Lösung anbieten können.

Nachdem ich erst beschlossen hatte Felix abzugeben, um Ginie wieder etwas mehr Ruhe zu schaffen (es wirkt auf den ersten Blick tatsächlich so, als wäre Felix ihr Problem), ist es nun sehr wahrscheinlich, dass das ihr generelles Problem nicht lösen wird. Ich kenne mein Tier und es bekümmert mich zutiefst zu sehen, wie sie sich verändert. Sie steht entweder den ganzen Tag permanent unter Stress oder sie liegt nur noch in ihrem Körbchen und behält mit halboffenen Augen alles im Blick.

Ich habe den Gedanken Monate vor mir hergeschoben, aber nach vielen Gesprächen erscheint es ehrlicherweise auch mir einfach nur fair, sie aus dieser Situation heraus zu nehmen.

Wer Ginie ist
Ginie ist eine schwarz-weiße, kastrierte Katzendame. Sie wird im Februar 10 Jahre alt. Ginie ist quietschfiedel ohne Krankheiten. Ihrem Wesen nach ist Ginie wohl die klassische Katze. Eine Freundin beschrieb sie mal als arrogante Lady in einem kleinen Pelzmantel. Ginie bestimmt selbst, wann sie kuscheln will, lässt sich aber gerne zum Spielen einladen. Das gerne jeden Tag, aber wenn es einen Tag mal nicht klappt, sieht sie es einem nach. Gerne spielt sie auch von sich aus mit bunten Stoffmäusen oder ihrer Kugelbahn. Ginie mag Frauen lieber als Männer, ist aber grundsätzlich allen Menschen sehr offen gegenüber. Auch neue Situation schrecken sie nicht ab. Silvester verbrachte sie schmusend mit uns auf der Couch, während Felix mit riesigen Augen unter der Couch saß. Als ich noch alleine wohnte und meine Familie in Hessen besuchte, reiste Ginie mit. Die Fahrt verschlief sie und das neue Revier bei meiner Mutter nahm sie jedesmal binnen einer Stunde mit Freude in Beschlag. Ginie sucht immer die Nähe ihrer Mitbewohner, ohne dass es dabei zu eng wird. Gerne legt sie sich neben einen, aber nicht auf einen. Gerne liegt sie mit im Schlafzimmer auf einem Sessel, aber nicht mit im Bett. Ginie liebt Laktosefreie Milch, am liebsten morgens und abends. Grundsätzlich hat sie Marnieren und weiß, dass sie nicht auf dem Tisch oder der Arbeitsplatte laufen soll – dreht man sich um, probiert sie es aber trotzdem, sonst wäre sie wohl auch keine Katze. Ginie hört auf ihren Namen und kommt, wenn man sie ruft. Ginie ist ein Stubentiger, der jährlich gegen Katzenseuche und -schnupfen geimpft wurde. Bei ihr ist Forl diagnostiziert, eine Zahnerkrankung. Sie besitzt zwar noch alle Zähne, ist dadurch aber anfällig für Zahnstein und daraus entstehende Zahnfleischentzündungen. Wir haben bisher das Gebiss im Abstand von drei Jahren sanieren lassen und ich übernehme selbstverständlich die Kosten für die nächste Zahnsanierung. Ginie ist eine ruhige Dame. Selbst jetzt, wo sie die Situation offensichtlich anstrengend, kratzt sie nicht an der Tapete oder pieselt irgendwo hin. Sie kann tagsüber alleine bleiben (sie verschläft einfach die Stunden), wenn sich ihr Dosenöffner abends um sie kümmert. Sie "spricht" wenig, meist nur, wenn es Essen gibt, wenn sie um ihre Milch bettelt oder wenn ich abends nach Hause komme und sie mich an der Tür begrüßt.


Was ich mir für Ginie wünsche
Müsste ich Ginies Wunsch-Zu-Hause beschreiben, dann würde es wohl so aussehen: Ein Heim ohne eine zweite Katze. Aber dafür mit einer lieben Frau oder einem Paar, das Zeit, viele Hände und große Lust zum Spielen und Kuscheln hat. Ein Heim, in dem es keine Kinder (mehr) gibt und in dem ein relativ geregelter Alltag stattfindet. Ein Heim, dass vielleicht sogar einen kleinen Balkon hat, denn Ginie geht gerne raus oder lief früher regelmäßig an einem Geschirr durch den Garten. Ein Heim, dass ihr einen gewissen Platz mit kuscheligen Rückzugsmöglichkeiten bietet. Ein Heim, in dem es auch mal das eine oder andere Leckerchen geben darf. Ein Heim, dass bereits mal eine Katze beherbergte, damit die neuen Dosenöffner wissen, was auf sie zukommt. Ein Heim und ein Herz, in dem Platz für eine kleine, extravagante Dame ist.


Ginies Lebensgeschichte
Ginie kam nach ihrer Geburt zu einer älteren Dame. Sie gewöhnte sie an das Laufgeschirr und verwöhnte unsere kleine Diva mit viel Liebe. Kurz nach ihrem 1. Geburtstag kam sie in ein Tierheim, weil die Dame verstarb. Dort besorgte (!) sie ein Mann als Geschenk für seine Frau. Diese befand aber, dass Ginie "hässlich" wäre und brachte sie nach kurzer Zeit zurück in das Tierheim. Dort habe ich sie mit anderthalb Jahren übernommen- mit dem Versprechen, dass sie bei mir alt werden darf.

Diesen Schritt zu gehen, fällt mir unglaublich schwer. Wir haben alles probiert, was uns möglich erschien und erfolgversprechend war. Nun ist der Punkt, an dem ich meine eigenen Wünsche zurückstelle, weil ich glaube, dass ich ihr damit nichts Gutes mehr tue. Ich möchte nicht in einem Jahr eine Katze haben, die resigniert hat und nur noch still in der Ecke liegt oder sich aus Überreizung völlig in der Agression verliert und krank wird. Ich suche ein neues zu Hause für mein Mädchen.

Ich weiß nicht, ob das überheblich klingt oder in dieser Situation unangemessen: Ginie MUSS nicht sofort in den nächsten 3 Tagen gehen. Stattdessen möchte ich ihre neuen Menschen und ihr neues zu Hause gerne kennen lernen. Es soll ihr letzter Umzug in diesem Leben sein. Ich würde mich über ein erstes Kennen Lernen in ihrem Revier hier bei uns freuen, damit sich ihr neuer Vielleicht-Dosenöffner ein Bild von ihr machen kann. Es ist vielleicht nur eine normale Katze, die halt eben umziehen muss, aber für mich ist sie mein größter Schatz und ich will, dass es ihr wieder gut geht. Ich würde mir wünschen, dass ich sie vielleicht besuchen darf – gerne auch mit einem selbstgemachten Kuchen für die neuen Dosenöffner. Und mein kleiner Wunsch wäre, dass sie vielleicht im Ruhrgebiet bleiben kann, damit ich sie nicht völlig aus dem Auge verliere. Aktuell wohnt sie in Herne.

Der Text ist unglaublich lang geworden- und doch könnte ich noch so viel mehr schreiben. Wenn jemand spürt, dass Ginie zu ihm passen könnte oder jemanden kennt, der ein Herz an eine Katze zu verschenken hat, dann bitte ich ihn, mir zu schreiben. Ich beantworte gerne alle weiteren Fragen zu Ginie und unserem Leben. Und ich wünsche mir einfach von Herzen, dass jemand meine Kleine wieder richtig glücklich machen kann.

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Beitragvon GinieFelix am Fr 3. Jan 2014, 21:45

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