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Erbrechen direkt nach dem Essen

Re: Erbrechen direkt nach dem Essen

Beitragvon Bommel am So 13. Mär 2011, 00:45

@ Samuja:
Vielleicht habe ich mich nicht richtig ausgedrückt, sorry. Natürlich hat meine Katze als Diagnose nicht einfach nur einen nervösen Magen. Nach vielen Untersuchungen (Magenspieglung und Biopsieentnahme, Blutanalysen und Urin- sowie Kotproben) kam heraus, dass sie unter einer chronischen Entzündung im Magen-Darm-Bereich leidet. Mit dem Cortison besteht die Möglichkeit die Symptome einigermaßen in den Griff zu bekommen. Es ist besser so als wenn die Katze immer wieder erbricht. Die Abstände werden nun leider immer kürzer, aber derzeit ist dies die einzige Möglichkeit. Ich dosiere das Cortison so gering wie möglich und schleiche es auch immer wieder aus. (Soweit das möglich ist)
Mein Tierarzt hat natürlich auch ein Auge drauf!
Eine andere Katze bekommt ebenso Cortison, da sie einen aggressiven Lungenkrebs hat bedingt durch ihre Leukose. Hier verhindert das Cortison den schnellen Wachstum des Tumors und verhilft der Katze noch einige Wochen länger zu leben!
Cortison ist nicht immer das schlimmste Übel!?

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Re: Erbrechen direkt nach dem Essen

Beitragvon Samuja am So 13. Mär 2011, 10:55

Jetzt mal wieder eine Frage an die Medizinleute hier: Ist nicht Antibiotika gegen Entzündungen?
Ich dachte immer, dass Cortison gegen Überreaktionen des Immunsysthems ist. u.ä.
Oder kann sich das gegenseitig bedingen? also quasi eine chr. Entzündung resultierend aus einer Überempfindlichkeit zb?

jedenfalls drücke ich Dir die Daumen, dass ihr eine Lösung findet, die letztendlich ohne Medikamente auskommt.

LG, Sam
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Re: Erbrechen direkt nach dem Essen

Beitragvon Mephisto am So 13. Mär 2011, 13:07

AB ist nur gegen Bakterien und wirkt daher bei Entzündungen nur indirekt. ;-) Es ist nicht selber entzündungshemmend, nur bakteriostatisch oder bakterizid. Die Entzündung nimmt der Körper selber in Angriff, die Wirkung des AB hat also nur indirekt etwas mit einer Entzündung zu tun.
Beide Medikamente können aber zusammen in einer Therapie gegeben werden: AB gegen die Bakterien, Cortison gegen die Entzündung (es erhöht den Cortisolspiegel im Körper und ist daher eine "Cortisolverstärkung").

Cortisol ist ein von unserem Körper selbst produziertes Hormon, welches in der Nebennierenrinde gebildet wird. In aller erster Linie ist es entzündungshemmend und wirkt bei Überreaktionen, wie das bei Allergien der Fall ist.
Die Ausschüttung oder Hemmung des körpereigenen Hormons bzw. aller Hormone werden von der "Chefzentrale" gesteuert, dazu gehören der Hypothalamus und die Hypophyse. Dieses Regelsystem ist aber sehr komplex. Die "oberste Etage" bekommt Feedbacks und regelt die Ausschüttung oder Hemmung unserer Hormone.
Bei z.B. Überreaktionen kann der Körper aber gar nicht so schnell Cortisol bilden wie vonnöten wäre, daher ist eine Injektion bei einem anaphylaktischen Patienten sinnvoll. Dasselbe Prinzip gilt auch für Entzündungen.
Diese Steuerung ist sehr sensibel, weswegen man z.B. nach einer längeren Therapie mit Cortison nicht einfach von heute auf morgen das Cortison absetzen kann. Das Feedback sagt nämlich in unserer Zentrale, dass ja genug Cortison da ist, also bildet es auch nichts bzw. fährt auf ein Minimum herunter. Wenn jetzt von heute auf morgen das äußerlich gegebene Cortison wegfällt, kann der Körper die gebrauchte Menge gar nicht so schnell nachbilden, wie das Feedback es verlangen würde. Folge wäre hier Morbus Addison. Ist zuviel Cortisol im Körper sprechen wir von Morbus Cushing. Langsames Auf-und Herunterfahren von äußerlich zugegebenen Mengen ist daher ein MUSS! Ausnahmen sind, wie gesagt, nur Notsituationen wie dies eben bei anaphylaktischen Schocks der Fall ist.
Cortisol wird als "Stresshormon" bezeichnet; weswegen z.B. Patienten, die über längere Zeit hinweg Cortison von außen zugeführt bekommen sehr fahrig sind, unruhig, schlechter Schlaf, schlechte Konzentration, eben gestresst (Auswikrung variiert je nach Dosis und Zeitraum). Als Langzeittherapie sollte man also schon nach Ursachen forschen und diese angehen ehe man über lange Zeit hinweg Cortison verabreicht. Hinzu kommen andere Nebenwirkungen. Dasselbe Prinzip gilt auch bei einer körpereigenen Überproduktion von Cortisol, die Patienten wirken dick und aufgeschwemmt, unruhig, usw. Die Produktion des Cortisols muss also allmählich heruntergefahren werden.
Wenn eine Ursache jedoch nicht zu bekämpfen ist, ist Cortison in der Tat ein Segen für den Patienten, trotz der Nebenwirkungen.

In diesem oben beschriebenen Fall wird es vermutlich so sein, dass die regelmäßige Gabe von Cortison die Entzündungsgefahr z.B. der Magenschleimhaut dämmt, sodass das Erbrechen unterdrückt werden kann.
Je nachdem wie betroffen oder eher anfällig etwas für Entzündungen ist, ist der Körper langsam bzgl. der Ausschüttung von körpereigenen Entzündungshemmern. Die regelmäßige Unterstützung mit der "Zusatzarmee" von Cortisol, kann ein Gleichgewicht erzielen, was die Entzündung im Rahmen hält.
Cortisol ist aber kein Ursachenbekämpfer, sondern ein Symptomenbekämpfer. Der Grund für rezidivierende Entzündungen muss ausgeschaltet werden, daher ist Cortisol nicht wirklich eine "Therapie" (außer bei chronischen Erkrankungen, die auf Cortisol nicht mehr verzichten können, z.B. eine Unterfuntkion der Nebennierenrinde). Ausnahmen wie oben beschrieben, also Fehlfunktionen bzgl. der Ausschüttung von Cortisol (zu wenig), der Grund muss nicht die Nebenniere selber sein, aber egal warum eine Unterproduktion stattfindet: sie darf so nicht bleiben. Denn ist zu wenig da, neigt der Patient eher zu Entzündungen, wirkt eher schlapp, müde, konzentrationsschwach, ist abgemagert, usw. usf. Also das Gegenteil eines Morbus Cushings bzw. einer regelmäßig hohen Cortisonzufuhr von außen.

Natürlich kann eine länger bestehende Überempfindlichkeit auch chronische Schäden verursachen. Wenn man also z.B. Nahrungsunverträglichkeiten hat und Erbrechen die Folge ist, kann eine chronische Reizung des Magens stattfinden, wenn der Stoff, auf den man überempfindlich reagiert, nicht weggelassen wird, sodass diese Reaktion ausgeschaltet wird.
Eine unerkannte Nahrungsunverträglichkeit mit der Folge des Erbrechens führt irgendwann unweigerlich zu einer chronischen Magenproblematik. Dies ist aber nicht alles, sondern hat auch noch andere Glieder in der Kette, die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Speiseröhre ist da als direktes Mitglied mit zu bennenen. Chronisches Erbrechen hat aber auch Auswirkungen auf den Darm, das Herz, usw.
Der direkte Punkt, also der Magen, ist aber am offensichtlichsten betroffen. Die Schleimhaut kann sich sehr schnell entzünden, der ganze Magen wird sehr anfällig: Schmerzen, Erbrechen, Sodbrennen, etc. sind die Folgen einer chronischen Reizung.

Ein "nervöser" Magen führt zu genau denselben Symptomen. Denn zuviel Cortisol wirkt genauso negativ und "stresst" den Magen.
Ein Auslöser für nervöse Magenleiden ist Stress gleich welcher Weise. Hier schließt sich die Kette...
Hier wiederhole ich mich zwar, mag es aber nicht auslassen, weil es wichtig ist: Magen-Darm und Haut sind Erfolgsorgane der Psyche, das bedeutet, was immer uns belastet, bedrückt, stresst, besorgt, etc. wird uns bei diesen beiden Organen/Organsystemen am ehesten bewusst, z.B.: Stresspickel, Hautekzeme durch Stress, Durchfall durch Aufregung, Nervosität, Angst, Stress, Erbrechen durch gleiche Auslöser.
Übermäßig Stress führt zu übermäßiger Ausschüttung von Cortisol. Zuviel Cortisol wirkt negativ auf den Körper.
Dass die Hormone unseres Körpers ausgewogen sind, ist also wichtig. Ist das eine zuviel, gibts vom anderen zu wenig, und umgekehrt. Hormone beeinflussen uns also auf eine sehr direkte Weise, weswegen gerade ihre Störung immense Konsequenzen für uns haben.

Je nachdem inwieweit der Magen geschädigt ist, muss auch hier therapiert werden, z.B. überschwappende Magensäureproduktion hemmen und damit Magenschleimhaut aufbauen. Bekommt man so etwas in den Griff -was nicht immer der Fall sein muss leider- ist Cortisol eine Brücke und bewirkt eine Ruhe im Magen, damit er sich langfristig erholen kann. Eine Therapie bringt nämlich nur dann etwas, wenn sie anschlagen kann, was bei laufendem, wiederkehrenen Erbrechen ja gar nicht funktionieren KANN.
Ist eine Chronozität hingegen nicht auszuschalten, ist es nötig, Symptomtherapie in Betracht zu ziehen um das Wohlbefinden und den Allgemeinzustand des Patienten zu bessern und zu stabilisieren.

Ich hoffe ich konnte es verständlich erklären.

Noch einmal die Kurzfassung:
Antibiotika -> Bakterien
Cortison -> Entzündung, Allergie; Erkrankungen in direktem Zusammenhang (z.B. Unterproduktion von Cortisol durch Unterfuntkion der Nebenniere, "Kommunikationsprobleme" zwischen Zentrale und Organ)
Hohe Cortisondosen nur bei akutem Notfall (anaphylaktischer Schock)
Cortisongaben über längere Dauer langsam herunterfahren und "ausschleichen" um einem Morbus Addison vorzubeugen
Langzeittherapie nur sinnvoll bei chronischen, nicht therapierbaren Geschehen sowie Krankheiten, die in direktem Zusammenhang mit der Cortisolproduktion stehen (Insuffizienz der Nebennierenrinde)
:pfote: Liebe Grüße von Bine & den Fellis :pfote:

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Re: Erbrechen direkt nach dem Essen

Beitragvon vincent am So 13. Mär 2011, 13:38

Katzen erbrechen auch die beim Putzen verschluckten Haare
meist nachdem sie Gras gefressen haben. :cat-eat:
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Re: Erbrechen direkt nach dem Essen

Beitragvon Samuja am So 13. Mär 2011, 13:44

Danke, Bine!
Ja, hab alles verstanden.
Das heißt, hier ist eine wirkliche Diagnose schwer, weil eben viele Faktoren der Grund für den Teufelskreis sein können.
Dann muss man erst recht die Daumen drücken!!

Der Körper ist doch einfach ein Wunderwerk mit unendlich vielen "Zahnrädern". Aber wehe, eins davon hakt...

LG; Sam
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