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Blattfall

Blattfall

Beitragvon mike1024 am So 8. Nov 2015, 18:56

Blattfall

Wo man auch hinschaut, überall lauern Feinde.
Auch scheinbar friedfertige Dinge können sich schnell zum horriblen Monster entwickeln.
Da heißt es, bereit sein ist alles.
Und beim kleinsten Anzeichen einer Gefahr muss sofort mit alle Härte zugeschlagen werden.
Selbst wenn es einen noch so harmlosen Eindruck vermitteln will.

*
Zur Zeit herrscht ein angenehm mildes Klima. Es ist zwar Herbst, also Blattfall, doch es ist trocken und die große Kälte scheint noch weit entfernt zu sein.
Den Tag über hatte ich eine Arbeit, bei der die Miezen nicht dabei sein konnten.
Dafür bietet es sich aber am Abend an, mit einer der Fellnasen rauszugehen.
Und heute ist Belle dran. Es folgt das übliche Prozedere des Geschirranlegens und dem Beleidigtsein der zurückgebliebenen Kater. Aber man gewöhnt sich an so vieles, warum also auch nicht an die Allüren der Fellnasen.
Und so geht es mit Belle auf der Schulter raus.
Ich habe vor, in den Seepark zu gehen, da ich jedoch sowieso schon draussen bin, werde ich auch beim örtlichen Elektronikshop vorbeischauen, denn ich brauche einige wichtige Ersatzteile.
Mit der Straßenbahn bin ich sehr schnell in der Innenstadt und auch das benötigte Material ist schnell besorgt. Da Belle partout nicht von der Schulter will, verstaue ich die Schachtel mit den Teilen eben in meiner Jackentasche.
Es dämmert schon als wir im Seepark angelangen. Jetzt wird’s wohl eine gemütliche Runde um den See geben. Mild ist es ja immer noch, nur ein bisschen Wind kommt auf.
Die ganze Zeit schon war mir etwas unangenehm, ohne dass ich genau sagen könnte, was es ist. Dieses unangenehme Gefühl wird stärker und als wir fast den halben See umrundet haben. bemerke ich ein Pieksen an meiner Seite. Dann wird klar was da los ist.
Dieser kleine Karton in meiner Jackentasche nervt mich mit seinen Ecken und Kanten.
Der sollte eigentlich in den Rucksack, dann ist Ruhe. Nur sitzt auf dem erwähnten Rucksack Belle und die herrschsüchtige Zicke denkt gar nicht daran, ihren Aussichtsplatz auch nur kurzfristig zu verlassen.
Meins! Hier bin ich und hier bleib ich! Mach was du willst, runter geh ich nicht.
Also so geht das ja nicht, immerhin trage ich ja den Rucksack und damit auch Belle, also wer hat hier das Sagen?
Wer? Belle natürlich, wer sonst. Da oben bin ich, da oben bleib ich! Punkt!
Da kommt, war’s Zufall, war’s Vorsehung, mir die Macht der Natur zu Hilfe.
Es war ja schon die ganze Zeit windig. Doch plötzlich kommt eine starke Böe auf.
Die weht eine Unmenge welker Blätter auf den Boden, es müssen Tausende sein.
Na ja, es ist ja Blattfall. Doch eben dieser Blattfall ist es, der Belle dazu veranlasst, ihren beschlagnahmten Sitzplatz sofort zu verlassen.
Die Blätter wirbeln um uns herum und erst versucht das Katzenmädchen eines davon zu erhaschen. Doch diese torkelnd geblasene Dinger sind nicht zu erwischen. So springt sie mit einem Satz auf den Boden und versucht sich in der Blätterjagd. Gut, gut, endlich kann ich den Rucksack runternehmen und die Schachtel darin verstauen. Das ist in Sekunden erledigt. Dann will ich mal schauen, was das Katzentier so macht. Die wirbelnden Dinger haben ganz offensichtlich den feliden Jagdtrieb bei ihr ausgelöst. Immer wieder versucht sie eines der Blätter zu erwischen, doch der Wind wird immer stärker, so dass sie erfolglos bleibt.
Und er wechselt immer wieder die Richtung, so dass kaum eine Chance besteht, diese seltsamen Flugobjekte zu erlegen.
Doch dann treibt er eine ganze Ladung der verwelkten Fracht auf ein naheliegendes Gebüsch zu, wo sie sich darunter wirbelnd versammeln. Sofort hechtet Belle hinterher.
Und tatsächlich, ehe man sich’s versieht, hat sie eines diese mörderischen Flugobjekte zwischen den Krallen. Jetzt muss man dieses gefährliche Blatt nur noch töten.
Sofort! Denn was ist, wenn es sich wehrt? Oder beisst und kratzt?
Und so erlegt die Kampfkatze mit ausgefahrenen Krallen ihre Beute.
Von der bleibt nach kürzester Zeit nur noch winzige Fetzchen.
Doch Belle gibt nicht auf, da ist ja noch mehr Beute in der Luft!
Das nächste Blatt ist dran. Doch diesmal zerfetzt sie es nicht. Sie nimmt es ins Maul und kommt angerannt. Sofort versucht sie, das Blatt im Maul, an mir hochzuklettern. Nur meine schnelle Reaktion verhindert, dass sie das schafft. Ich habe sie unter dem Bauch hochgehoben und auf den Rucksack und die Schulter gesetzt. Denn wäre sie geklettert, wäre wahrscheinlich die Hose hinüber und ich hätte mit Sicherheit einige blutige Kratzer.
Da sitzt sie nun wieder auf ihrem Aussichtspunkt, das Blatt immer noch im Maul.
So, meine Liebe, jetzt geht’s aber ab nach hause. Auf dem Rückweg spüre ich imm er wieder Bewegung auf der Schulter und höre ein Rascheln. Offensichtlich hat die Rot-weis-gefleckte ein neues Spielzeug entdeckt.
Erst als ich im Hauseingang den Schlüssel aus der Hosentasche ziehe, entdecke ich bei einem Blick auf die Schulter, dass Belle ihr Blatt nicht mehr hat. Entweder hat sie es ganz einfach fallen lassen oder wie das Erste zerfetzt.
Sie schaut mich ganz bittend an. Los Dosi, komm, wir suchen ein neues Blattspiel, bitte, bitte.
Oh nein, jetzt gehen wir in die Wohnung, wenn du magst, bekommst du morgen ein neues Blattspielzeug.
Sie muss sich einfach damit zufrieden geben, Blätter zum erlegen gibt es jetzt ja genug
Schließlich ist ja Blattfall!
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mike1024
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