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Abrakadabra

Abrakadabra

Beitragvon mike1024 am So 8. Nov 2015, 18:53

Abrakadabra

Manchmal muss man einfach die Sau rauslassen!
Was ist da besser geeignet als Fasnet.
Nun gibt es hier in der Gegend nicht den Fasching wie in den Hochburgen Köln und Mainz, hier ist es eher urtümlich.
Und auch die Verkleidungen sind dann entsprechend.
Als was könnte ich mich dieses mal verkleiden? Hmm... als was wohl?

*
Es ist Rosenmontag und niemand arbeitet. Also auch ich nicht.
In der Innenstadt gibt es wie jedes Jahr einen Umzug mit viel Guggenmusik und bunten Kostümen aller Art. Vorzugsweise Geister, Hexen und ähnliches dämonisches Nachtgesindel.
Ha, Meinereiner will da auch nicht zuhause bleiben und sehen was da so abgeht.
Und diesmal werde ich mich auch verkleiden. Im Jahr davor konnte ich nicht dabei sein, ich war beruflich weiters weg, natürlich mit den Fellnasen.
Doch dieses Jahr wird’s klappen.
Und eine passende Idee habe ich auch schon.
Wie wär’s eigentlich mit Hexer? Na ja, den Ruf habe ich sowieso schon weg, aufgrund meiner häufigen samtpfötigen Begleiter, da käme mir das schon zupass.
Also habe ich am Samstag zuvor im 1-Euro-Shop einen hohen spitzen Hut besorgt und einen Schwarzen Umhang. Und an eben diesem Samstag ergibt sich noch ein Einkauf. Denn auf dem Wochenmarkt sind nicht nur obst- und Gemüsestände, sondern auch Stände, die Gebrauchswaren anbieten, vorzugsweise für Touristen. Einer dieser Stände bietet ausser Korbwaren auch Reisigbesen an. Na, das könnte doch für Rosenmontag zu meinem Kostüm passen. Und so wird eines dieser magischen Reinigungsutensilien käuflich erworben.
Alle Leute starren mich an als ich damit über den Markt laufe. Der Grund ist nicht nur der Besen, sondern auch der dazugehörige rote Kater, der auf meiner Schulter sitzt.
Denn heute ist Tapsi dran, mit mir rauszugehen.
Doch man gewöhnt sich an alles, auch daran, angestarrt zu werden, als wäre man ein rosa Elefant mit gelben Tupfern und vierkantigem Rüssel.
Nach einigen unterhaltsamen Gesprächen mit Passanten und bekannten Marktbeschickern sind wir dann irgendwann wieder zuhause. Später als geplant aber immerhin.
Gross ändern muss ich na dem Umhang nichts nur einen Klettverschluss annähen. Klettband habe ich noch genügend. Um das Ganze noch mehr aufzupeppen habe ich mich schon einige Tage vorher nicht mehr rasiert. Nun ja, dazu schwarze Hose und schwarzes Hemd, im Spiegel gibt dieses Outfit kein schlechtes Bild. So kommt der Rosenmontag und ich gedenke, mich auf den Weg in die Innenstadt zu machen.
Eigentlich wäre Edward dran, heute mitzukommen, doch beim Umzug ist laute Guggenmusik und ob das dem Katertier sehr gefällt, ist mehr als fraglich.
Also soll er zuhause bleiben, Belle und Tapsi werden ihm Gesellschaft leisten.
Oder vielmehr sollen ihm Gesellschaft leisten.
Nein, nicht sollen, sollten...
Denn als die Drei merken, dass ich gehen will, und zwar ohne jemand mitzunehmen, starten sie eine Herzerweichende Maunzorgie. Doch der Gedanke an ohrenbetäubende Krachmusik, und etwas anderes ist Guggenmusik im Grunde nicht, lässt mich hart bleiben.
Wer jetzt jedoch denkt, dass die drei krallenbewehrten Hausterroristen sich damit zufrieden geben würden und sich kommentarlos auf ihre Plätze zurückziehen würden, der irrt!
Wie das pelzige Volk feststellt, dass das Ergebnis der Mitleidstour bei plus-minus Null liegt, wird eben beschlossen, schwerere Geschütze aufzufahren.
Das möchte ich dann doch vermeiden, denn das könnte schmerzhaft und blutig werden.
Also für mich, nicht für die drei.
Nun gut, heute ist Edward dran, also Geschirr und Leine geholt. Wenn es zu laut wird, werde ich einfach ausweichen. Und eigentlich habe sie auch keine Furcht vor dem Lord Voldemort der Haushaltsgeräte, nämlich dem Staubsauger. Also versuchen wir’s einfach einmal. Wenn’s nicht klappt, kann ich ihn immer noch kurz nach hause bringen. Wie jeden Tag sind Tapsi und Belle natürlich beleidigt, doch sie wissen jetzt, dass ich nicht vom Ausgehplan abgewichen bin.
So sitzt der schwarze Kater also auf seinem schwarzgekleidetem Transportmittel und wartet mit mir und dem Reisigbesen auf die Strassenbahn.
Da fallen den Leuten fast die Augen aus dem Kopf, selbst denen, die mich schon lange kennen. Die Strassenbahn ist in wenigen Minuten in der Innenstadt. Eine Unmenge Leute sind da und es ist laut. Doch das schwarze Hexentier scheint das nicht zu stören. Eher schaut er sich nach den Geräuschen um. Und irgendwann komme ich dahinter, warum er keine Angst zeigt, eher Neugier. Zum einen sitzt er ja auf meiner Schulter und damit in Sicherheit. Zum anderen nähern sich die Geräusche ja langsam, so dass er sie zuordnen kann. Selbst als ein Trupp Hexen mit Holzrätschen vorbeidefiliert, zeigt er keine Panik, sondern unverhohlene Neugier. Holzrätsche! Neues Spielzeug! Will haben!
Doch runter von der Schulter will er angesichts der vielen Zweibeiner dann doch nicht.
Immer wieder bemerke ich Blitze, die auf mich abgefeuert werden. Was soll’s, ich bin so oft fotografiert worden, da kommt’s nicht mehr darauf an.
Mit schwarzen Klamotten, schwarzem Kater und Besen, scheine ich wirklich ein Verhextes Abbild abzugeben. Nur der Besen, der fliegt leider nicht.
Und viele Gespräche entwickeln sich. Wie schon so oft, verteile ich meine Email-Adresse, in der Hoffnung, dass mir jemand Bilder schickt. Doch das ist bisher nicht sehr oft passiert.
Es sind auch stände aufgebaut an denen man regionale Spezialitäten bekommen kann. Für den Kater ist das nichts, für Edward habe ich Leckerlis mitgenommen. Also, wenn ich mir etwas zu Gemüte führe, dann soll der Kater nicht nachstehen.
Langsam wird es dann Zeit wieder nach hause zu gehen. Edward schaut immer wieder zurück zu dem bunten Treiben, das wohl bis in die späte Nacht anhalten wird.
Zuhause ist er richtig aufgedreht, wahrscheinlich berichtet er Tapsi und Belle, was er erlebt hat.
Der Rummel wird noch anhalten, doch dann kommt ja Aschermittwoch und es ist Ruhe.
Jetzt wird auch wieder normal gearbeitet.
Dazu müssen erst mal die aufgelaufenen Emails sortiert werden.
Eine Email sticht mir ins Gesicht. Hmm.. der Absender ist mir nicht bekannt, ist wohl durchs Spamfilter gerutscht. Ok, ich kann das in sicherer Umgebung öffnen, es besteht keine Gefahr.
Und dann stellt sir heraus, dass das kein Spam ist. Es sind Bilder von mir und Edward vom Rosenmontag.
Na, Kater, was miaust du nun?
Was heisst eigentlich Helau oder etwas ähnliches auf kätzisch?
Mileau?
Dateianhänge
Edward Rosenmontag 2klein.jpg
Edward Rosenmontag 1klein.jpg
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Re: Abrakadabra

Beitragvon Weberli am So 8. Nov 2015, 20:33

Schöner Erlebnisbericht und tolle Fotos! Vielen lieben Dank dafür! :danke:

LG, Angelika.
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