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Bald sind Haare wieder Mode

Bald sind Haare wieder Mode

Beitragvon mike1024 am Mi 15. Apr 2015, 17:59

Bald sind Haare wieder Mode

Viele derjenigen, welche die 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts erlebt haben, werden sich noch an das damals populäre Musical „Hair“ erinnern.
Nun, heutzutage erscheinen Haare nicht mehr wie zu dieser revolutionären Hippiezeit als Lebenseinstellung.
Es gibt jedoch Ausnahmen.
Diese finden zwei mal im Jahr statt.

*
Es herbstet, oder wie manche sagen würden: „Es ist Blattfall.“
Eine Menge Bäume haben schon ihr Laub abgeworfen und die Tage werden kürzer und kälter.
Und genau dieses „kälter“ ist es, das vielen zu schaffen macht.
Man sieht immer mehr Leute in dicke Jacken und Mäntel gehüllt dem Sommer nachtrauern.
Eben diese Leute haben es gut, denn sie sind im Besitz besagter Kleidungsstücke, die sie sich bei Bedarf überziehen können.
Viele der anderen vierbeinigen Mitbewohner des Planeten haben sich in geschützte Unterschlupfe zu einem ausgiebigen Winterschläfchen zurückgezogen.
Unsere krallenbewehrte Mitbewohner sind in den seltensten Fällen im Besitz irgendwelcher wärmender Hüllen aus menschlicher Produktion.
Sie sind trotzdem nicht willens, ein dermaßen auf Monate ausgedehntes Nickerchen zu halten, weil sie sowieso schon genug schlafen.
Außerdem könnte man da ja etwas verpassen und das geht schon mal überhaupt nicht!
Also haben sie eine sehr perfide Strategie entwickelt um der Kälte zu trotzen.
Die funktioniert selbst dann, wenn eben dieses „der Kälte trotzen“ absolut nicht mehr notwendig ist, weil sie ja bei ihrem Personal, sprich bei uns, wohnen.
Wenn man keine Kleidung hat, muss eben das Fell länger und dichter werden.
Und das unpassende Fell muss einfach weg. Doch wohin?
Doch warum mache ich mir eigentlich Gedanken darum? Das wird schon irgendwie seinen Lauf nehmen.
Jedenfalls sollte ich mich dringenst an den Computer setzen, eine wichtige Tabelle muss unbedingt heute noch fertiggestellt werden.
Am Anfang fiel es mir erst nicht so auf, aber irgendwie lief die Maus nicht richtig.
Nun ja, das kommt vor, es ist eine Funkmaus und da sind schon mal die Batterien leer.
Also Batterien getauscht.
Doch das vermaledeite Ding will trotzdem nicht so, wie ich das eigentlich bräuchte.
Im Gegenteil, es wird schlimmer.
Und nun spinnt auch noch das Mausrad. Der Mauszeiger macht auf dem Monitor, was er will.
Wahrscheinlich ist Schmutz auf der Optik, das muss eben gereinigt werden.
Doch auch diese Aktion zeitigt kein Ergebnis, also das Ding aufschrauben.
Sollte das nicht helfen, muss eben die Anschaffung einer neuen Maus getätigt werden.
Die Miezen springen sofort auf den Schreibtisch um zu beäugen was da denn jetzt schon wieder abgeht. Wie hypnotisiert starren sie auf meine seltsamen Handlungen.
Nein, die Innereien des Gerätes sind alle sauber, wenigstens soweit ich sehen kann, also ist's ein elektronischer Defekt.
So ein Mist, das Teil kostet zwar nicht viel, aber trotzdem...
Gleich wegschmeissen will ich das Teil nicht, denn ich muss meine bisherige Arbeit mindestens noch abspeichern, auch wenn's jetzt schwierig und umständlich ist.
Erst bei dieser Aktion fällt mir auf, dass sich das Mausrad nicht richtig bewegen lässt.
Hmmm... doch ein mechanischer Knockout?
Jetzt packt mich doch der Ehrgeiz, das will ich wissen!
Edward und Tapsi schauen dem Ganzen ungerührt zu, Belle hat befunden, dass diese Aktion doch nicht so intertessant ist, wie sie zuerst ausgesehen hat und sich verzogen.
Diesmal wird das elektronische Mausteil komplett zerlegt. Und was finde ich da?
Haare! Haare die sich um die Achse des Mausrades gewickelt haben und so zu dieser merkwürdigen Funktionsstörung geführt haben. Wie, was denn? Wie kommen die den dahin?
Nun denn, egal, gereinigt ist es schnell und nach dem Zusammenbau läuft das elektronische Zeigegerät zu vollsten Zufriedenheit.
Endlich kann ich weiterarbeiten.
Doch diese haarige Affäre geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Was sind das eigentlich für Haare? Der winzige Büschel liegt noch in der Plastikschale in die ich ihn gelegt habe.
In der Schublade ist eine Lupe und mit deren Hilfe will ich die Tücke des Objekts mal einer Analyse unterziehen.
Das Ergebnis ist dann doch etwas aufschlussreich.
Denn es sind zweierlei Haare, rot und schwarz.
So, so...
Rot und schwarz...
Ich jedenfalls habe weder schwarze noch rote Haare.
Im Bekanntenkreis auch niemand.
Langsam wandert mein Blick nach links.
Rot und schwarz...
Rot sitzt mit unschuldigem Blick da und Schwarz ist gerade dabei, sich einer zungengeführten Reinigung zu unterziehen.
Nur, wie zum Geier, kommen die Haare in die Maus?
Es scheint eine Art ultimativer Wachstumsschub bei gleichzeitiger Migration in dieser haarigen Angelegenheiten gegeben zu haben.
Also wenn ich das wüsst’
warum das Haar so ist,
es wächst so dicht, so schnell,
fast kriminell!
Wenn man’s aber von anderer Seite betrachtet ist es auf seine eigene Art logisch. Denn immerhin nennt sich das elektronische Zeigegerät „Maus“. Doch eines will mir nicht so recht einleuchten: Normalerweise landet Maus doch in Katze und nicht Teile von Katze in Maus, auch wenn diese Teile nur Bestandteile eines weichen Fells sind.
Jedenfalls muss ich wohl dem Unschuldsblick der Miezen Glauben schenken, dass sie nichts damit zu tun haben, oder?
Außerdem waren es nur rote und schwarze Haare, weiße waren nicht dabei.
Rot-weiß hat nämlich momentan keinen Unschuldsblick, denn sie schläft mittlerweile ihren Unschuldsschlaf in der Katzenhöhle.
Egal, jedenfalls kann ich jetzt die Tabelle fertigstellen, nachdem alles wieder funktioniert.
Später will ich noch eine Kleinigkeit Lebensmittel vom benachbarten Supermarkt holen.
Zu diesem Behufe muss ich, um der beginnenden Kälte zu trotzen, zu meinem Bedauern eine wärmende Jacke überziehen.
Es mag ja sein, dass nach den seltsam haarigen Erlebnissen der Blick für solcherart pelzigen Umtrieb für diese Dinge etwas geschärft ist. Jedenfalls fallen mir auf der dunklen Jacke sofort einige helle Haare auf.
Das glaub ich jetzt nicht, die Jacke hing doch ziemlich hoch am Bügel!
Anscheinend verbreitet es sich wie eine Seuche ununterbrochen und unaufhaltsam.
Das Haar wächst pausenlos,
frag nicht, warum denn bloß.
Es schießt und sprießt und wächst,
eben wie verhext.
In der Folgezeit finde ich immer öfter Haare an Stellen, an denen ich sie auf keinen Fall erwartet hätte, nicht nur an der Kleidung, in der frisch gewaschenen Wäsche oder im Bett. Nein, auch an mir selbst finde ich immer wieder Haare, die ganz eindeutig nicht von meinem eigenen Bewuchs stammen. Einmal sogar an einer Stelle, die ich hier lieber nicht erwähnen möchte.
Es ist lang und liegend, fliegend,
bürstenborstig, rabenhorstig,
ruppig, schuppig, struppig, zopfig,
eisenherzig, bubikopfig,
oder voll Konfetti!
Bau im Haar Geäst,
und dem Star ein Nest.
Es scheint zusätzlich auch eine kontrastreich colorierte Wanderung eingesetzt zu haben.
Denn niemals, aber auch wirklich niemals finde ich schwarzes Haar auf dunklem Grund oder umgekehrt.
Immer, wirklich immer, sind Haare an Stellen zu finden, an denen sie den größtmöglichen farblichen Kontrast bieten.
Na ja, man gewöhnt sich an alles.
Ich liebe sehr sogar,
das lange Haar!
Wie wunderbar, sonderbar,
ist so langes HAAAAAAAAAAAAAAR!
Langsam bekomme ich den Eindruck, dass, wenn ich alle bisher gefundene Haare gesammelt hätte, ich mir daraus mehrere bequeme Pullover hätte fertigen können.
Bald sind Haare wieder Mode,
und ich schöpf' die wahre Mode:
Die Toga nur aus langem, prächtigem Haar.
Ging vor rund 2000 Jahren
Jesus nicht mit langen Haaren?
Wie können drei Fellnasen während des Fellwechsels Haare verlieren, die ein Vielfaches ihres Körpergewichts ausmachen?
Die drei Felidae indes bleiben von meiner Besorgnis bezüglich ihres jahreszeitlich bedingten Haarausfalls völlig unbeeindruckt. Meinereiner hat aber deswegen fast schon Alpträume.
Selbst bei der Konsumation der Nachrichten in der Glotze endet dieser Alptraum keinesfalls.
Denn da hält gerade ein Politiker eine Rede:
„Sehr geehrten Damen und Haare,
Wieder einmal sind wir Haare versammelt, um hier und jetzt unsere Haare auszudrücken. Doch wir werden nicht weichen und wanken und mit Haare auf den Zähnen klappern. Nein, diese Haare in der Suppe müssen sie selbst auslöffeln. Ich Haare niemals gesagt, dass wir zulassen werden, wie diese Haare unsere Haare im Mund umdrehen und ins Gegenteil verkehren! Liebe Haare Parteifreunde, niemals werden wir Haare soweit kommen lassen!
Denn ich werde das zu Haare verhindern wissen!
Ich Haare ihnen für ihre Aufmerksamkeit.“
Gute Güte, was für eine haarige Rede, ich sollte Politiker werden.
Wenigstens solange die Fellnasen noch haaren.
Denn irgendwann ist es vorbei mit der Haarerei und ich muss ein halbes Jahr bis zum Frühlingsanfang, oder Blattfrische, wie manche sagen, auf den nächsten Fellwechsel warten.
Drum lass' es spielen im Wind,
lass' drin wühlen ein Kind,
mach' daraus für die Laus
ein Zuhaus.
Lass' es leben,
es ist euch gegeben,
das HAAAAAAAAAAAAR!!
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mike1024
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