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Panem et circenses

Panem et circenses

Beitragvon mike1024 am Mi 15. Apr 2015, 17:55

Panem et circenses

Brot und Spiele, das galt schon im alten Rom.
Und die damaligern Imperatoren wussten genau, wie sie das umzusetzen hatten.
Auch heutzutage ist dieser Spruch noch eine vielbeachtete Aussage.
Selbst unsere allseits geliebten Fellnasen leben meistens nach dieser Maxime.
Wenn doch nur manchmal die Spiele nicht so heftig wären.

*
Katzen sind wählerische Verkoster und ausserdem sind sie verspielt.
Alle Katzen!
Meine drei Hausterroristen machen da überhaupt keine Ausnahme.
Was Brot betrifft, so ist das mehr oder weniger überhaupt nicht kalkulierbar.
Denn was heute noch mit einer Gier verschlungen wird, als hätte man drei Wochen Nulldiät hinter sich, wird eventuell morgen mit einer absolut tiefen Verachtung beschnüffelt.
„Igitt, wasndasfürnscheiss? Sollen wir das etwa zu uns nehmen? Los Dosi, besorg was anständiges zu futtern!“
Und Dosi besorgt. Was bleibt mir auch denn sonst?
Das einzige was futtertechnische Beständigkeit hat, ist Edwards Vorliebe für Maultaschen.
Ich kann nichts machen, damit muss ich leben.
Soviel zu Panem.
Circenses geht da schon anders ab.
Es begab sich nämlich, dass ich irgendwo, ich glaube, das war auf Youtube, ein ziemlich interesantes Spielzeug gesehen habe. Als gelehriger Dosi habe ich das natürlich sofort nachgebaut.
Eigentlich ist es nur ein flacher Karton mit mehreren fingergrossen Löchern darin.
Wenn also ein Jäger der Entnervten diesen Karton belauert, steckt man von unten einen Finger durch eines der Löcher. Man muss nur den Finger rechtzeitig zurückziehen, bevor besagter Jäger seine Krallen bis auf die Knochen in eben diesen Finger haut.
Ein paar Mal hat’s schon blutige Kratzer gegeben, doch erstens werde ich immer besser in diesem Jagdtraining, zweitens gewöhnt man sich mit der Zeit an vieles.
Ein weiteres beliebtes Accessoir ist der Laserpointer.
Vor allem Belle fährt voll darauf ab.
Nur ist sie halt, wie ich schon anderweitig erwähnt habe, eine ziemliche Zicke.
Will heissen, gespielt wird, wenn Katz es will und nicht wenn Dosi Lust hat.
Nur kann Dosi nicht immer. Manchmal hat er am PC zu arbeiten, dann liegt der Laserpointer direkt neben der Tastatur.
Aber wenn Dosi glaubt, das Katzentier hätte dieses nicht bemerkt, dann irrt er!
Ich werde ihn schon dazu bringen, mit mir zu spielen, ich bin ja nicht blöd!
Als erstes werde ich ihm mal die Waden zerkratzen.
Wie bitte? Das hilft nicht?
Nun gut, wenn etwas vom Schreibtisch runterfällt, muss er aufmerksam werden.
Soweit kann ich mich strecken, dass ich mit meiner Pfote an einen Stift oder sonst etwas komme und es dann runterziehen kann.
Autsch! Belle bearbeitet meine Beine. Ist ja schon gut, nur noch diesen Satz fertig schreiben, dann spiel ich mit dir.
Doch offensichtlich dauert das zu lange, denn sie streckt sich und zieht einige Stifte vom Schreibtisch um sich dann sofort wieder meinen Waden mit ausgefahrenen Krallen zuzuwenden. So klein wie die sind, gehen sie doch durch die Hose durch. Das piekst gewaltig.
Entnervt gebe ich auf und anschliessend hechtet Belle dem roten Punkt hinterher wie der Teufel nach der armen Seele.
Es ist spät geworden und eigentlich habe ich vor, mir noch etwas geistige Nahrung in Form von Literatur zuzuführen. Liegend auf der Couch will ich mir eine Schrift von Stephen Hawking zu Gemüte führen.
Doch scheint es, dass es hier Mitbewohner gibt, die der Meinung sind, dass Dosi so etwas nicht unbedingt nötig hat. Tapsi ist gerade damit beschäftigt, Belle das Fell zu lecken, als Edward angetapst kommt. Aus ist’s mit literaischen Genüssen.
Da ich bequem auf der Couch liege, ist er der Meinung, jetzt wäre der richtige Zeitpunkt um seine Zuneigung zu bekunden. Er beginnt auf meinem Rücken zu treteln. Dagegen habe ich eigentlich nichts, denn Tapsi und Belle machen das auch öfter.
Nur Edward macht das mit ausgefahrenen Krallen. Aua, aua!
Himmelherrgott, ich bin doch kein Masochist!
Also, der Kater bekommt eine Riesenstreicheleinheit und wird auf den Boden gesetzt.
„MIAU!“ Vorwurfsvoll. Sehr vorwurfsvoll!
Tapsi unterbricht seine Liebkosung an Belle und schaut herüber um zu klären, was da los ist.
Sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis, nämlich dass der Schwarze wieder auf dem Boden ist, nimmt er seine Anmache bei Belle wieder auf.
Doch besagtem Schwarzen passt das überhaupt nicht. Ein Satz und er ist wieder bei mir.
Als wäre nichts geschehen, setzt er umgehend seine Tretelaktion fort.
Nochmal aua!
Nächster Versuch.
Endlich kann ich den Kater davon überzeugen, dass ich kein Kratzbaum bin und auch nicht vorhabe, einer zu werden.
Sonst muss er sich einen echten Masochisten suchen, den er bearbeiten kann.
Das wäre überhaupt die Idee!
Perverse Spinner gibt es zuhauf.
Da gibt’s ja Leute die sich zum Zwecke des Lustgewinns auspeitschen lassen.
Heureka, ich habe eine Marktlücke entdeckt!
Denn ich könnte Edward, Tapsi oder Belle abwechselnd stundenweise für gutes Geld vermieten. Solche Typen würden das nicht nur bezahlen, sondern wären dann auch noch für die ausgestandenen Torturen dankbar.
Dann gäbs für die Fellnasen jeden Tag nur bestes Rinderfilet oder frischen Lachs mit Kaviar und das aus vergoldeten Näpfen.
Ich sollte also den Gedanken weiterverfolgen.
Einen zündenden Slogan müsste ich dann aber schon kreieren.
Mal nachdenken…
„Panem et circenses“ ?
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mike1024
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