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Nachtblende

Nachtblende

Beitragvon mike1024 am Do 22. Jan 2015, 13:49

Nachtblende

Des nachts sollte man ruhen heisst es, vorzugsweise zum Zwecke der Erholung.
Es mag nun vielerlei Gründe geben, warum das nicht immer möglich ist.
Einer dieser Gründe ist rot-weiss gefleckt und mit Fell bedeckt.

*
Der Tag war ein wenig anstrengend.
Jetzt ist es aber spät geworden und ich sollte ein wenig schlafen, sonst ist morgen Schicht im Schacht.
Die beiden Kater haben es sich nach einigem hin und her im Bett bequem gemacht, nachdem sie nach vielen Drehungen und Wendungen ihre bequemste Schlafposition gefunden haben.
Nicht so Belle.
Sie hüpft auf’s Bett und legt sich ohne viele Umstände nieder.
Braves Mädchen.
Nach einiger Zeit, ich bin noch nicht richtig eingeschlafen, sondern in so einer Art Dämmerzustand, bemerke ich eine etwas mysteriöse Bewegung an der Bettdecke.
Kann das Katzenvolk denn keine Ruhe geben?
Doch plötzlich ist da was kühles feuchtes an meiner Wade.
Und es kitzelt.
Katzen, was soll das?
Ich bin jetzt wieder hellwach. Zu erkennen ist kaum etwas, doch soviel kann ich feststellen, die beiden Kater pennen seelenruhig vor sich hin.
Doch wo ist Belle?
Ich werd verrückt, ist die doch tatsächlich unter die Bettdecke gekrochen und hat sich dort zusammengerollt!
Nun habe ich grundsätzlich nichts gegen eine Frau in meinem Bett, doch dieses ist ein absoluter Sonderfall.
Denn diese Nacht ist furchtbar.
Zu bewegen traute ich mich nicht, aus Angst, ich könnte das kleine Kätzchen erdrücken.
Die Kater hätten sich im gleichen Fall schon schmerzhaft zur Wehr gesetzt, doch Belle ist ja noch so klein.
Also begnüge ich mich damit, in einer winzige Ecke des eigentlich geräumigen Bettes einen halbwegs ruhigen Schlaf zu finden.
Doch klein oder nicht, Belle lässt sich nicht stören und schläft weiterhin den Schlaf der Gerechten.
Doch meine Meinereiner findet keinen ruhigen Schlaf in dieser Nacht.
Was soll ich tun?
Belle aus dem Bett scheuchen?
Ob das was bringt, bezweifle ich, denn die kann ganz schön stur sein und würde schnellstens wiederkommen. Und aussperren mag ich sie dann doch nicht.
Also lasse ich die Nacht und die Stunden an mir vorbeitropfen.
Irgendwann ist eine Bewegung zu spüren und Belle ist weg.
Endlich kann ich mich mal umdrehen.
Dann ist ein Scharren zu hören, sie ist wohl auf dem Katzenklo.
Tapsi pennt weiter, er hat wohl nichts bemerkt, nur bei Edward ist Bewegung, die aber nach kurzer Zeit wieder aufhört.
Endlich falle ich in Tiefschlaf.
Doch nur so lange bis sich etwas haariges zwischen Hals und Bettdecke schiebt.
Belle will wieder unter die Decke.
Und dann stellt sich wieder der altbekannte Status Quo ein.
Die Dame des Hauses ruht und Dosi kann sehen, wie er seinen wohlverdienten Schlummer findet
Wenigstens so lange, bis Edward mich vorsichtig in die Nase zwickt.
Aha, Frühstückszeit.
Total gerädert und mit schmerzenden Gliedern hieve ich mich aus der Schlummerkiste, die in dieser Nacht ihren Namen wirklich nicht verdient hat.
Auch Belle ist aufgewacht und kommt nach ein paar Streckübungen angetrippelt.
Ich werde von ihr beachtet, als wäre ich Luft.
Ist schon klar, ich bin ja nur der Dosenöffner.
Und es ward Morgen und Abend, die nächste Nacht.
In der Hoffnung, die letzte Nacht sei eine einmalige Angelegenheit gewesen, begebe ich mich zu Bett.
Kaum eine Minute liege ich da, schon kommen die Fellnasen einer nach dem anderen.
Die beiden Kater starten ihr allabendliches Tretel- und Drehritual, bevor ihnen ihr Schlafplatz genehm ist.
Doch Belle kommt angesprungen, legt sich nicht wie in der letzten Nacht gleich hin, sondern wühlt sich sofort unter die Bettdecke.
Nein, so geht das nicht, ich habe keine Lust auf eine weitere schlaflose Nacht und will nicht wieder am nächsten Morgen total gerädert aufstehen.
Sie darf ja im Bett bleiben, nur eben nicht so, dass ich befürchten muss, sie zu erdrücken.
Also Licht an und nachgedacht.
So wie ich die Zicke kenne, wird sie versuchen, sollte ich sie von ihrem Schlafplatz entfernen, mich solange ärgern, bis ich nachgebe.
Das darf nicht passieren.
Also, die Fellnasen dürfen ja viel, aber irgendwo sind Grenzen!
Da muss jemand anderes behilflich sein.
Und jemand anderes ist schon hier im Bett.
Vielmehr zwei Jemande.
Die Wahl fällt auf Tapsi. Noch pennt er selig und ahnt nichts von seinem bevorstehenden Einsatz. Selbst als ich ihn vorsichtig anhebe blinzelt er nur verschlafen.
Er ist halt ein richtiger Gemütskater.
So, und nun wird er zu Belle unter die Decke geschoben.
Und das passt der Madam absolut nicht.
Es gibt ein Gerangel unter der Decke und Belle schnellt unter der Decke hervor.
Was war das? Was hat der Rotbepelzte bei ihrem Schlafplatz zu suchen?
Auch Tapsi passt der Platz unter der Decke nicht und er kommt herausgekrochen.
Edward ist nun auch aufgewacht und faucht beide an. Er kennt ja die Hintergründe für diese Aktion nicht.
Doch eben dieses Fauchen zeitigt einen unerwarteten Erfolg.
Denn Belle ist jetzt etwas irritiert. Dass der Schwarze sich das traut...
Jedenfalls lässt sie sich am Fußende des Bettes nieder und gibt keinen Mucks mehr von sich.
Möglicherweise habe ich das Problem auf einfache Weise beseitigt.
Und richtig, kurze Zeit später ist sie eingeschlafen.
Auch Dosi hat in dieser Nacht seine Ruhe.
Wollen wir hoffen, dass es so bleibt.
Schnarch!
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mike1024
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Re: Nachtblende

Beitragvon vagabund62 am Fr 23. Jan 2015, 04:50

Gut geschrieben... Kenn ich doch irgendwie auch...
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