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Was der kann...

Was der kann...

Beitragvon mike1024 am Mo 19. Jan 2015, 15:06

Was der kann...

...kann ich schon lange, auch wenn's schwierig ist.
Genau dies scheint ein felider Grundsatz zu sein.
Wer von uns Dosis weiss denn schon genau was im Hirn der Fellnasen vor sich geht?
Jedenfalls braucht man ihnen nichts beizubringen.
Denn wenn sie was wirklich wollen, dann machen sie das auch.
Ohne Rücksicht auf Verluste!

*
Nun haben sich ja die Ausflüge mit Edward schultersitzenderweise wie weiland bei Mowgli zu eine festen Institution etabliert.
Tapsi hat bislang keinerlei Ambitionen in diese Richtung gezeigt.
Doch er beobachtet die Kletteraktionen des Schwarzbepelzten auf meine Schulter argwöhnisch.
Oder sollte ich eher sagen neugierig und mit ungeteiltem Interesse?
Natürlich haben beide schon versucht, die Wohnungstür zu öffnen, doch die ist immer abgeschlossen.
Denn selbst zu früheren Zeiten hat Miezka die Tür aufbekommen, obwohl ich es ihr nie gezeigt habe. Naja, blöd ist das Katzenvolk auf keinen Fall.
Únd der Schlüssel steckt jetzt immer, damit ich ihn nicht verliere.
Zeitweilig haben beide Kater versucht nach dem Schlüssel zu grabschen, denn sie haben ganz richtig mitbekommen, dass das Öffnen der Türe etwas damit zu tun hat.
Doch drehen können sie ihn nicht, ihnen fehlt der bewegliche Daumen.
Also bleibt Edward nur, wenn er raus will, der Platz auf meiner Schulter, den er dann auch nur noch verlässt, wenn es nun wirklich nicht mehr anders geht.
Und immer wieder wird das von Tapsi beobachtet.
Der wacht sogar aus dem Tiefschlaf auf und beäugt Edwards Aktionen.
Der Herbst ist nahe und ein einstimmiger Beschluss mit mir selbst besagt, dass es an der Zeit ist, auch mit Tapsi rauszugehen.
Ihn alleine rauslassen ist nicht möglich, denn ich wohne an einer vierspurigen Ausfallstrasse mit zusätzlich Strassenbahn.
Also das übliche, will heissen, Geschirr und Leine.
Ich habe extra für ihn ein neues Geschirr gekauft, denn obwohl er jetzt erst nicht ganz ein halbes Jahr alt ist, so ist er doch so gross wie Edward und er wächst weiter.
Was soll's, das wurde mir ja schon in der Tierklinik vom Tierarzt prophezeit.
Wie dem auch sei, Tapsi akzeptiert das Geschirr ohne jeden Widerspruch.
Er hat ja bei Edward gesehen, dass es überhaupt nicht gefährlich ist.
Also, dann wollen wir mal.
Also nehm ich mal den Kater auf den Arm.
Doch der denkt nicht mal daran, dort zu bleiben.
Die Schulter ist sein Ziel!
Denn was Edward kann, kann ich schon lange!
Soll Dosi doch sehen wie er damit klarkommt!
Und überhaupt, die paar kleinen Katzer beim hochklettern wird er ja wohl verschmerzen können.
Ausserdem sieht sein Hemd langweilig aus. Einige geschmackvolle Risse darin würden es optisch ziemlich aufpeppen.
Als Kater hat man ja einen Blick für modische Accessoirs.
Und so sitzt der Rotbepelzte auf meiner Schulter und blickt triumpfirend in die Runde.
Edward hat dieser Kletteraktion mit undurchdringlichem Blick zugesehen.
Jetzt gibt er seiner Missgunst über Tapsi's Kletterkünste akustisch Ausdruck.
Dem Schwarzen passt das überhaupt nicht.
Mein Platz!
Jawohl, meiner!
Der Rote soll sofort wieder runter!
Ich muss schnellstens aus der Wohnung raus, sonst bricht hier noch eine Katerschlägerei aus.
Und genau die möchte ich nicht noch mal erleben.
Also erst mal in den Seepark, mal sehen, wie das mit Tapsi so läuft.
Und es läuft.
Allerdings nicht so wie Edward.
Denn der bleibt demonstrativ auf meiner Schulter.
Nicht so Tapsi.
Runterspringen und schnüffeln an allem was auch nur den gerinsten Anschein erweckt, interessant zu sein.
Diese Absprünge pieksen schon, denn er fährt dabei die Krallen aus.
Herrgott Kater, pass doch auf, ich bin kein Kratzbaum.
Und er markiert was das Zeug hält! In der Wohnung kann er das nicht, denn wenn er das macht, bezieht er von Edward mächtig Prügel. Zwar ohne ausgefahrene Karalle, aber die Botschaft ist überdeutlich.
Zum Ausgleich kommt hier jedes, aber auch wirklich jedes Gebüsch an die Reihe.
Und so kommt es dass wir ewige Zeit brauchen um auch nur ein paar Meter voranzukommen.
Die Zeit vergeht und ich habe nicht auf die Uhr geschaut.
Meine Güte so spät schon? Ich muss dringend noch zu IKEA und kann nicht später dort hin.
Die haben zwar bis 20 Uhr geöffnet, doch ich erwarte noch einen wichtigen Anruf und sollte da zuhause sein.
Was also tun? Mit Edward wäre das eigentlich kein Problem, den könnte ich mitnehmen, er bleibt sowieso auf meiner Schulter sitzen.
Bei Tapsi bin ich mir da nicht so sicher.
Aber ok, ich werd's einfach versuchen.
Also nehme ich ihn wieder auf die Schulter, was er auch misstrauisch zwar, aber dann doch kommentarlos geschehen lässt.
Zu IKEA muss ich den Bus nehmen.
Und es ist seltsam, kaum sind wir weg von Seepark und auf dem Weg zur Bushaltestelle, macht der Kater keine Anstalten mehr, abzuspringen.
Offensichtlich ist da nichts mehr was so interessant sein könnte, dass man es markieren muss.
Zum Glück habe ich den Rucksack geschultert, so dass er sich zur Hälfte dort festhalten kann.
Ohne Rucksack wär's wohl ziemlich schmerzhaft.
Die innerstädtischen Busse fahren in kurzen Intervallen, so dass ich nicht lange warten muss.
Endlich kommt der Bus.
Der ist ziemlich voll, es gibt nur noch Stehplätze.
IKEA wird viel von Studenten besucht, die nicht sehr viel Geld ausgeben können.
Darunter es sind Leute aus aller Herren Länder. So auch jetzt im Bus.
Natürlich erregt Tapsi schon einiges Aufsehen und ich werde verschiedentlich angesprochen.
Tapsi ignoriert das fragende Volk und macht den Eindruck, als würde er bald ein Schläfchen auf meiner Schulter halten.
Vor mir stehen einige Asiaten, den Aussehen und der Sprache nach vermutlich Chinesen, so genau kenn ich mich da nicht aus.
Von einem werde ich angesprochen, in einem schwer verständlichen Englisch.
Ob er ein Foto machen könne, bitteschön?
Das kenne ich bereits von den Ausflügen mit Edward.
Und auch hier gebe ich dem Mann meine Email Adresse, mit der Bitte um Zusendung des Bildes.
Tapsi erweckt ob dieser Aktion absolut nicht mehr den Eindruck von Schläfrigkeit.
Endlich ist der Bus am Ziel.
Natürlich gibt es auch in dem Möbelhaus einiges Aufsehen.
Denn viele bringen ihre Hunde mit, aber noch nie war eine Katze dort drin!
Wie dem auch sei, ich wusste vorher, was ich wollte, habe es ziemlich schnell gefunden und bin bald wieder im Bus nach hause.
Dann geht es wieder in den Alltagstrott über.
Meine Emails schaue ich täglich an und die Sache mit dem Chinesen habe ich fast vergessen, denn zu viele Leute haben mir schon versprochen, Bilder zu schicken und es kam nichts.
Doch drei Tage später ist eine Mail da, von einem Pengfei Hu.
Im Headerblock sind chinesische Schriftzeichen.
Und tatsächlich, es ist ein Bild im Anhang aus dem Bus vor einigen Tagen.
Und es ist wirklich gelungen!
Was mach ich nun?
Tapsi ist jetzt ein internationaler Star!
Hoffentlich wird Edward jetzt nicht eifersüchtig.
Doch die beiden Kater scheint das nicht sehr zu interessieren.
Denn einige Leckerlies können da schon eher ihre Aufmerksamkeit erregen.
Grosses Miau!



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mike1024
Quasselkatze
 
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