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Die Schöne und die Biester

Die Schöne und die Biester

Beitragvon mike1024 am Do 1. Jan 2015, 14:12

Die Schöne und die Biester

Planen kann man vieles, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Viele haben solcherart auf den Kopf gestellte Erfahrungen schon machen müssen, ob himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt, sei mal dahingestellt.
Meinereiner macht da auch keine Ausnahme und unsere allseits geliebten Samtpfoten schon gar nicht.

*
Was soll ich sagen?
Hier sind wir, meine Wenigkeit, der Kater Edward und der Kater Tapsi.
Eigentlich hätte Kater Tapsi Katze Tapsi sein sollen, doch es ist nun mal so und Edward und ich haben ihn ins Herz geschlossen. Edward ist ganz lieb zu dem kleinen Tapsi und spielt viel mit ihm.
Natürlich habe ich seine kuriose Geschlechtsumwandlung auch schon mal Bekannten erzählt und dass ich ja vorgehabt habe, Edward eine Kätzin satt einen Kater als Gefährten zu geben.
Tapsi ist in den Wochen, seit er bei uns ist schon etwas gewachsen.
Wie dem auch sei, die Zeit vergeht und der Sommer geht bald zu Ende, die Tage werden wieder kürzer.
Nicht viel, doch immerhin bemerkbar.
An einem dieser spätsommerlichen Wochenenden bekomme ich einen Anruf von Klaus und Diana. Ob ich nicht nachmittags vorbeikommen wolle?
Und ich solle Tapsi mitbringen, sie möchten ihn kennenlernen.
Die Familie kenne ich schon einige Zeit, es ist die Familie, aus der Mowgli stammte.
Wir haben immer noch Kontakt.
Milwaukee, Mowglis Mutter und Miezi und Prinzessin, Mowglis Schwestern, leben immer noch dort.
Edward soll zuhause bleiben, er kommt zwar mit Milwaukee und Miezi klar, doch aus einem unerfindlichen Grund kann er Prinzessin nicht ausstehen.
Verstehe einer das Katzenvolk!
Also klar, ich komme gern und so wie ich das sehe, Tapsi auch.
Er ist ja noch klein und wird sich für ein paar Stunden schon mit den Katzen vertragen.
Nach einer kurzen Busfahrt kommen wir in dem Teilort an.
Wir werden sehr freudig begrüsst, vor allem Tapsi.
Ja und dann wird es eigentlich gemütlich.
Bis Diana fragt, ob ich ihr 15 Euro leihen könne.
Hmm... natürlich, doch das ist schon ein seltsamer Betrag.
Ist sie wirklich so knapp bei Kasse? Aber ich denke nicht wirklich lange darüber nach, deshalb bekommt sie den Betrag.
Nach einiger Zeit eröffnet sie mir, dass sie noch nach Niederimsingen müssten, ob ich mit wolle?
Das wird immer mysteriöser. Aber irgendwie bin ich jetzt schon neugierig. Tapsi soll derweil hier bei den anderen Katzen bleiben, die ihn völlig neutral akzeptieren.
Er hat sich an einem der Futternäpfe gütlich getan und ist jetzt in einer Katzenhöhle, wo er sich ausruht.
Nach Niederimsingen sind es etwa 5 Km, also dauert die Fahrt nicht lange.
Dort halten wir in einem Wohngebiet. Diana und Kaus suchen die Hausnummer und wir gehen alle rein.
Jetzt wird klar was diese Aktion bedeutet.
Denn wir werden auf den Balkon gebeten. Dort ist ein grosser Katzenkorb und darin eine rote Katzenmutter mit 5 ganz jungen Kätzchen. Sie sind entweder ganz rot oder rot-weiss gefleckt.
Einige Meter weiter, am Balkonende, beobachtet uns ein Schäferhund sehr, sehr wachsam.
Diana hat erwähnt, dass sie noch ein Kätzchen möchte, ein Mädchen. Nun drei Katzen, alles Mädchen, sind schon in ihrem Haushalt. Aber wenn sie möchte, bitte. Schließlich haben es alle Katzen bei der Familie sehr gut.
„Welches würdest du nehmen?“ fragt Diana.
Na gut, wenn sie mich für sie wählen lässt.
Die ganz roten sind alles Katerchen.
Ich entscheide mich für Diana für ein rot-weiss geflecktes Kätzchen.
Sie ist mit dieser Wahl total zufrieden. Auch Klaus schaut das winzige Katzenkind ganz verliebt an.
Dann kommt die Offenbarung!
„So, du wolltest ja immer ein Mädchen. Das ist es jetzt, du hast es selbst ausgesucht. Jetzt weißt du wofür ich 15 Euro gebraucht habe. Das ist der Kaufpreis.“
Ich muss mich erst mal setzen. Also das ist... das ist... ich weiss nicht was ich sagen soll.
Klar wäre ein Mädchen für die beiden Jungs nicht schlecht. Doch dann hätte ich drei und ich verreise oft und nehme wie früher alle mit. Also ich weiss nicht...
Doch die Kleine ist wirklich zu süss. Sie ist wirklich winzig, doch der ganze Wurf besteht aus 5 Jungen, da ist es natürlich, dass sie nicht so gross sind.
Doch als ich nach ihrem Alter frage, trifft mich fast der Schlag!
6 Wochen! Das geht gar nicht! Absolutes no go! Man kann ein junges Kätzchen nicht im Alter von 6 Wochen von der Mutter nehmen!
12 Wochen sind das Minimum!
Die Kleine drückt sich an mich und ich weiss nicht was ich tun soll.
Dann kommt mir eine Idee. Also die Frau bekommt das Geld und noch einiges dazu. Nur soll die Kleine weitere 6 Wochen bei der Mutter bleiben, es wäre kein Problem mit Futter und eventuellen Kosten.
Doch die Frau bleibt hart. Jetzt oder gar nicht!
Alle Rhetorik da hilft nichts.
Einer Verschwörung gleich, müssen wir das unter uns besprechen.
Am besten ganz leise, damit die Frau nichts von der Unterhaltung mitbekommt.
Und so ziehen sich die Verschworenen zur Beratung zurück.
Am liebsten hätten wir alle Kätzchen gleich mitgenommen, doch das ist schon platzmässig nicht möglich.
Tuschelnd beraten wir, was zu tun wäre.
Einige Möglichkeiten werden kurz durchdiskutiert und schnell wieder verworfen.
Dann hat Diana die rettende Idee.
Miezi hat schon mehrmals fremde junge Kätzchen adoptiert, vielleicht klappt es auch diesmal.
Diana wird der Kleinen dann eben einige Zeit noch das Fläschchen mit Katzenmilch geben.
Eine andere Lösung gibt es nicht.
Und ich werde so schnell, wie es möglich ist, im Tierheim den Tierschutzverein informieren.
Ob die rechtlich was machen können, weiss ich nicht, aber wir können es wenigsten versuchen. Ich bin gut im argumentieren und sicher, dass ich die Leute vom Tierschutz überzeugen kann, etwas zu unternehmen.
Denn so, wie die Frau reagiert, könnte den Kätzchen ein schlimmes Schicksal drohen.
Und eben dieses wäre zumindest vorläufig abgewendet, wenn die Frau wüsste, dass der Tierschutz ein Auge auf sie geworfen hat.
Mit einem Mulmigen Gefühl verabschieden wir uns und fahren zurück.
Schon auf der Rückfahrt fangen die Kinder an zu überlegen, wie die Kleine heissen soll.
Wir Erwachsene wollen uns da nicht einmischen.
Bei Diana und Klaus zuhause geht die Diskussion weiter.
Aber erst mal wird nach Miezi geschaut. Die schläft in ihren Katzenkorb.
Die Tochter legt das immer noch namenlose Kätzchen einfach zu ihr.
Miezi wacht auf , schnüffelt nur ganz kurz an der Kleinen und beginnt ihr ganz spontan den Kopf zu lecken. Dann schlafen beide Katzen den Schlaf des Gerechten. Später kommt Milwaukee und schaut verwundert auf den Neuzugang. Da der sich aber bei Miezi zusammengerollt hat, akzeptiert sie das kommentarlos.
Na, das ist doch mal ein gutes Zeichen.
Viele Vorschläge zur Namensgebung werden gemacht, doch alle wieder verworfen.
Dann bringt die jüngste Tochter den Vorschlag, sie Belle zu nennen, wie die Belle aus „Die Schöne und das Biest“.
Heureka, wir haben’s! Das ist ihr Name. Belle indes fühlt sich schlafenderweise offensichtlich wohl.
In den folgenden Wochen besuche ich die Familie und Belle, so oft ich kann
Immer ist Edward oder Tapsi dabei, damit sie Belle kennenlernen. Nur bei Edward muss ich aufpassen, denn er verträgt sich mit Prinzessin nicht besonders gut. Da werden schon mal die Krallen ausgefahren. So bleiben die beiden Katerbiester abwechselnd zuhause.
Einige Wochen sind vergangen.
Heute ist der grosse Tag, Belle soll endgültig in ihr neues Zuhause ziehen.
Ich hole sie alleine ab, ohne einen der Kater mitzunehmen.
Sie hat sich zu einem wahren Energiebündel entwickelt und ist in ihrer Neugier fast nicht zu bändigen.
So auch zuhause. Ohne jede Scheu kommt sie sofort aus der Transporttasche und beginnt die Wohnung zu erkunden.
Beide, Edward und Tapsi sind sehr, sehr misstrauisch.
Sie kennen Belle, doch dass die sich jetzt in ihrem Revier aufhält, ist schon eine Unverschämtheit. Doch die Schöne lässt sich davon nicht beirren.
Also, ich werde jetzt mal den Futternapf füllen, vielleicht lenkt das die beiden Biester von der ihr ab.
Diese Aktion erfüllt tatsächlich ihren Zweck und die Katertiere stürzen sich auf den Napf mit den Extraportionen.
Doch nicht nur die!
Denn Belle hat auch gerochen, dass da was leckeres aufgetischt wurde und kommt angerannt.
Edward beginnt zu fauchen und eine Sekunde später auch Tapsi.
Kommen und gleich wollen, völlig unmöglich das Weib!
Man muss zeigen, wer hier das Kommando hat!
Meine Güte, da hab ich mir ja was eingehandelt, das kann niemals gut gehen!
Doch Belle lässt sich auch hier nicht beirren. Sie faucht nicht zurück, sondern versetzt Tapsi gleich ohne Vorwarnung einen Pfotenhieb.
Beide Kater weichen verblüfft zurück.
Auch Edward bekommt einen Hieb mit der kleinen Tatze.
Das kann gar nicht weh tun, doch die beiden Kater haben das offensichtlich verstanden.
Anscheinend beabsichtigt Belle, hier das Kommando übernommen!
Und so wie es aussieht wird ihr das auch gelingen.
Quot erat demonstrantum!
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mike1024
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