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1+1=Leere

1+1=Leere

Beitragvon mike1024 am So 26. Feb 2017, 21:40

1 +1 = Leere

Die Dummheit mancher Leute manifestiert sich in vielfältiger Weise.
Die einen sind nur einfach gestrickt und können nichts dafür und bleiben unbehelligt.
Andere haben sich ihre Dummheit mühevoll erarbeitet.
Solcherart inkompetente Personen müssten eigentlich regelmäßig zum Intelligenz-TÜV.
Doch wehe, wenn die Prüfungen dort vom feliden Volk durchgeführt werden...

*
Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen, so behauptet ein Sprichwort.
Irgendwie, so scheint mir, mache ich da auch keine Ausnahme, einen schönen Gruß aus Alzheim.
Wie dem auch sei, jedenfalls musste ich in der Innenstadt, noch einige vergessene Besorgungen erledigen.
Nun denn, heute ist Edward dran mit mitkommen.
Die üblicher Prozedur findet statt, also Geschirr und Halsband mit Tassomarke anlegen und vor allem Tapsi und Belle davon überzeugen, daß jetzt Edward dran ist mit mitkommen.
In der Innenstadt angekommen muss ich zuerst zu einem Geldautomaten, denn die Barschaft in meiner Geldbörse genügt nicht mehr den Anforderungen der geplanten Einkäufe.
In der Nähe des Bahnhofes ist eine große Postfiliale, wo ich gebührenfrei abheben kann.
Edward döst derweil auf meiner Schulter, er kennt das Prozedere mittlerweile zu Genüge.
Nachdem das erledigt ist, bleibe ich erst mal vor dem Postgebäude stehen um über den effizientesten Weg für meine Besorgungen nachzudenken.
Auf der Straße herrscht ein reger Verkehr. Es gibt einige Parkplätze hier und immer wieder verlässt ein Fahrzeug einen solchen Parkplatz, der sofort wieder besetzt wird.
Parkplätze sind knapp hier in der Stadt. Da nähert sich auch schon von einer Seite her eine Uniformierte, behängt mit viel technischem Klimbim, die der extrem wichtigen Aufgabe nachgeht, die Parkenden Autos zu kontrollieren. Und wehe, jemand hat die Parkzeit überschritten, dann wird mit der vollen Härte des Gesetzes zugeschlagen, die Stadt braucht ja den Mammon. Nun, mich betrifft das nicht, ich bin ja mit der Straßenbahn hier und dies dürfte wohl kaum eine Ordnungswidrigkeit darstellen.
Jetzt ist die städtische Bedienstete direkt vor mir und linst prüfend auf das Armaturenbrett eines Mittelklassewagens. Doch offensichtlich hat alles seine Richtigkeit, denn sie wendet sich um und will zum nächsten Fahrzeug. Dabei gerate ich voll in ihr Gesichtsfeld.
Das Minenspiel der Uniformierten ist auf eine gewisse Art undefinierbar. Jedenfalls stiert sie mich unverhohlen an.
Auch das ist mir nichts neues, mir ist schon bewusst, daß es relativ wenig Leute gibt, die mit einer Katze auf der Schulter durch die Landschaft laufen, und erst recht nicht mit einer schwarzen Katze.
Mit einem gewissen ungläubigen Gesichtsausdruck kommt sie näher.
Und wie schon des öfteren, so bin ich auch jetzt so richtig zum scherzen aufgelegt
In Erwartung eines sattsam bekannten Frage-und-Antwort-Spieles spreche ich die Frau an:
„Keine Angst, der ist battereriebetrieben, aber nicht weitersagen.“
Doch die versteht den Scherz nicht. Die Reaktion und die Antwort der Vollzugsbeamtin ist anders als erwartet.
Sie fragt nur: „Seit wann gibt’s das denn?“ Es scheint so, dass sie auf die Schultersitzerei des Schwarzbepelzten ansprechen will, doch bei ihrem nächsten Satz werde ich eines Besseren belehrt: „Davon wusste ich ja nichts. Ich muss in der Dienststelle nachfragen. Man bekommt ja nicht gleich alles mit.“
Jetzt ist die Reihe an mir, verständnislos zu blicken. Edward derweil schert sich keinen Deut um das Gerede, sondern steht auf und wechselt die Schulterseite. Jetzt schaut sie Edward prüfend an.
„Von was reden sie, bitte?“ lautet meine Frage.
„Na von der Steuermarke ihrer Katze. Ich wusste nicht dass man für Katzen jetzt Steuer zahlen muss.“
Jetzt dämmert mir, daß die Frau die TASSO-Marke meint und offensichtlich mit dem deutlich sichtbaren Begriff TASSO nichts anfangen kann. Und so wie ich das sehe, meint die das wirklich ernst. Meine Wenigkeit ist immer noch für einen Scherz zu haben und gibt ob dieser plumpen Anmache zur Antwort: „Na, erkundigen sie sich doch bei ihrem Vorgesetzten, das hier hat alles schon seine Richtigkeit. Natürlich es gibt’s ja jetzt Katzensteuer, ich dachte, sie als Beamtin wären darüber informiert.“
Insgeheim befürchte ich ja, dass sie mich nur verarschen will, doch diese Befürchtung tritt immer mehr in den Hintergrund. Sie merkt nämlich auch nicht, dass ich es bin, der sie veralbert. Die glaubt wirklich, es gäbe jetzt so was wie Katzensteuer.
Jedenfalls sagt die Ordnungshüterin: „Das werde ich auf jeden Fall überprüfen. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag.“ Und sie dreht sich um und wendet sich wider dem innerstädtischen ruhenden Verkehr zu. Also ich fass es nicht, ist es eventuell möglich dass man bei diesem Job sein Gehirn bei Dienstbeginn am Eingang abgeben muss? Es scheint so.
Einige Tage später, es ist Samstag, mache ich mich fertig um meine wöchentliche Einkaufstour zu starten. Den Vorfall mit der Politesse habe ich fast vergessen.
Tapsi ist dran mitzukommen.
Mein erster Weg führt mich auf den Wochenmarkt. Es gibt einige Gespräche mit den Marktbeschickern und auch Touristen schießen immer wieder mal Fotos von Tapsi.
Also ein ganz normaler Samstag Vormittag.
Bis...
Ja, bis zwei Uniformierte auftauchen, welche die Marktstände überprüfen, wie es jeden Samstag geschieht.
Und einer davon ist diese Frau, die vor einigen Tagen so ungläubig Edwards TASSO-Marke studiert hat.
Es ist ja nun so, daß ich mit Tapsi auf der Schulter nicht gerade in der Menschenmenge untergehe.
Jedenfalls entdeckt sie mich und flüstert etwas ihrem Kollegen zu. Dann bahnen sie die Beiden einen Weg zu mir. Tapsi schaut ihnen interessiert entgegen, möglicherweise hat ihm Edward die Geschichte erzählt, so genau kann ich die Katzensprache dann doch nicht verstehen.
„Entschuldigen sie bitte,“ beginnt die Frau, „Ich habe sie ja schon des öfteren gesehen, auch in der Straßenbahn. Wohnen sie hier in der Stadt?“
Das bestätige ich ihr.
Woher ich dann die Steuermarke bekommen hätte. Sie hätte mit dem Vorgesetzten gesprochen, der wüsste auch noch nichts. Aber er würde eine Anfrage an die entsprechenden Dienststellen herausgeben. Es könnte aber noch eine Weile dauern, bis da Ergebnisse kämen.
Ob ich daher nicht vielleicht...?
Das fass ich jetzt nicht!
Es ist wohl so, daß keiner im Ordnungsamt im Wasser untergehen kann, weil alle hohl sind, vor allem im Kopf. Doch dann trifft mich die Erkenntnis, daß sie sehr schnell absaufen, weil sie nicht ganz dicht sind.
Ihr Begleiter versucht derweil nach Tapi’s TASSO-Marke zu greifen, was der Kater mit einem Rückzieher auf den Rucksack quittiert.
Der Typ kann froh sein, dass ich Tapsi dabei habe und nicht Edward. Der ist zwar kleiner, aber es hätte sehr schnell einen blutigen Handrücken gegeben. Tapsi jedoch zieht sich nur zurück, als er merkt, daß da keinerlei Streicheleinheiten zu bekommen sind.
Die beiden Beamten stehen abwartend vor mir, während ich mir durch den Kopf gehen lasse, was ich ihnen denn Antworten könnte.
Es ist schon irgendwie erstaunlich, zu welchen abstrusen Wesenheiten es die Evolution bringt.
Doch wo sie recht haben, haben sie recht! Denn Tatsache ist, eins plus eins ergibt irgendwas und zwei plus zwei ergibt auch irgendwas. Leider nicht dasselbe, sonst wär’s leicht.
Vielleicht ergibt es Leere, nämlich genau die Sorte Leere die in den Köpfen der Beiden die dominante Rolle spielt.
Tapsi derweil wird jetzt doch neugierig, richtet sich auf und schnüffelt in Richtung der beiden paragrafenhaltigen Gestalten. Seine TASSO-Marke baumelt dabei deutlich sichtbar an seinem Halsband. Und es ist durch die eingravierte Nummer ganz eindeutig zu erkennen, das dieses Teil keinesfalls Modeschmuck oder etwas ähnliches darstellt. Gut, es könnte auf den ersten Blick durchaus einen gewissen amtlichen Eindruck erwecken.
„Da,“ meint die Frau zu ihrem Kollegen, „da siehst du’s, das ist diese Steuermarke. Ich hab’s dir doch gesagt und dem Chef auch!“
Also ich geb’s auf. Bei den Beiden ist Hopfen und Malz verloren. So was von Inkompetenz ist mir noch nie begegnet.
Tapsi hat zwischenzeitlich eingesehen, dass die uniformierte Kontrollinstanz für ihn nicht interessant genug ist und hat sich, die Augen halb geschlossen, wieder auf der Schulter hingelegt.
„Also,“ gebe ich zur Antwort, „ momentan bin ich in Eile, aber ich werde gerne am Montag auf dem Amt vorbeikommen und sie aufklären.“
Die Gesichter der Beiden erhellen sich sichtlich, die Aussicht auf Neuigkeiten über eine Katzensteuer macht ihnen wohl Hoffnung auf eine steile Karriere in ihrem Amt.
Meinen Miezen ist das so egal wie zwölf oder ein Dutzend.
Obwohl... der Staat braucht ja dringend Geld, weiß man, was da alles in der Planung ist?
Vorsichthalber mal Fauch!!
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mike1024
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