Trauer um die geliebte Katze

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Knut ist tot...

Re: Knut ist tot...

Beitragvon Mephisto am Sa 26. Mär 2011, 10:54

Also auch, wenn das OT ist, weil es eigentlich um Knut selber geht:

Ein Zoo kann noch so ein großes Gehege bauen, Elefanten sind W A N D E R E R !!
Sie brauchen Platz, sie brauchen die Weite der Natur, sie brauchen ihre Bade-und Trinklöcher. Sie möchten selber ein Bad nehmen und sich damit per Rüsselchen bespritzen anstatt gewaschen zu werden. Kettengeschepper, Türgeknalle, Kinderlärm und all das ganze....das ist doch keine Welt für einen Elefanten!!

Ich kann immer nur dazu aufrufen sich selbst hineinzudenken:
Wie geht es mir, wenn man mich ganz plötzlich aus Heim und Familie rausholt, mit Krach und Schüssen. Man trennt mich von meinem Mann und meinen Kindern. Ich werde sie nie aufwachsen sehen, denn dass ich Kinder habe, sieht der Riese nicht, der mich einfängt, denn ich war klug und habe sie versteckt, damit ihnen nichts passiert. Mein Mann kann mir nicht helfen. Wird er zum Beschützer wird er vermutlich erschossen, denn der Riese glaubt, mein Mann sei bösartig. Während ich eindämmere, sehe ich vielleicht genau das: Wie meine Familie in Angst und Schrecken davon rennt, höre sie schreien und sehe wie mein Mann umfällt, ich weiß nicht, ob er tot oder lebendig ist. Im Halbschlaf merke ich, wie irgendwelche Wesen um mich herum laut einander zurufen, wie sie mich grob anpacken und in enge Kisten sperren. Dass ich mir ein halbes dutzend mal den Kopf gestoßen habe, interessiert niemanden. Dann bekomme ich im Halbschlaf Geruckel mit, Lärm von Maschinen, die mich bei ihrem Stop & Go durch meine enge Kiste schmeißen. So richtig gewahr werd ich dem Ganzen noch nicht. Vielleicht schlaf ich wieder ein....und wenn ich aufwache....bin ich plötzlich in einem kalten, lauten Raum. Da sind zwar andere Menschen mit mir, aber die kenne ich alle nicht, sie sind eingesperrt wie ich. Ich sehe sie weinen und jammern und wie sie rufen, aber die Riesen um uns, verstehen uns nicht. Was habe ich getan, dass ich hier bin? Wo bin ich? Das Wetter ist irgendwie anders, die Luft riecht merkwürdig, die Geräusche sind nicht wie bei mir zuhaus. Kalte Steine und Fliesen unter mir und Ketten und Riesen, die mich füttern als sei ich verrückt! Gebrüll von Wesen, die ich nicht verstehe oder kenne, Klopflärm und es ist so schrecklich eng hier, zuhause hab ich viel mehr Platz, da kann ich mich frei bewegen, hier hingegen hab ich kein bisschen Platz für mich. Ich will nach Hause. Wie es wohl meiner Familie ergangen ist? Ob sie noch leben? Wie es meinen Kinder wohl geht? Wann darf ich nach Hause? Ich komme hier nicht raus, ich komme hier einfach nicht raus. Ich bin für immer und ewig eingesperrt....ich werde verzweifeln. Ich werde es niemals akzeptieren, aber meine Machtlosigkeit und das Weiterlaufen der Zeit werden mir die Hoffnung nehmen, und ich werde resignieren und mich daran gewöhnen niemals mehr heim zu kommen.
Diese Resignation sehen wir in den Augen vieler Tiere, die einst wild gefangen wurden und noch leben, insbes. die Primaten!
Und es werden noch immer genug Tiere wild gefangen, denen es genauso ergeht. Es gibt hier keinen Trost, keine Hoffnung, nur Leere und Schmerz, schrecklicher Schmerz.

Und wie geht es mir, wenn ich im Knast geboren werde, aber einfach spüre, dass ich hier nicht her gehöre? Aus den Augen versch. Spezies gesehen...Das Klima passt nicht zu meinem Befinden; das Essen schmeckt mir nicht, denn ich habe den Drang mein Essen selbst zu suchen oder zu jagen. Ich hab Hummeln in den Beinen, ich will laufen, ich will mich aalen unter der heißen Sonne der Savanne und mit meinen Schwestern und Cousinen gemeinsam auf die Pirsch gehen, ich will laufen. Ich will auf den Bäumen hin-und herspringen und mich über weite Strecken mit meinen Verwandten unterhalten, ich will das Obst frisch vom Baum pflücken und mich austoben. Rennen solange ich will, soweit ich will und wohin ich will. Ich will hüpfen und spielen, schlafen wo es mir gefällt. Aber dieser enge Raum hier und diese Ketten....da stimmt was nicht, ich sollte nicht angekettet sein, sondern ich muss wandern. Ich möchte ein schönes Schlammbad. Das gibts hier irgendwie nicht. Irgendwie merke ich, dass ich nicht hierher gehöre...ich werde mein Leben lang danach suchen und mich fragen, was hier nicht stimmt. Eines Tages werde ich unruhig sterben, denn die Fragen konnte ich mir nicht beantworten. Ich fühle mich unbefriedigt und unwohl, denn der Drang bleibt mein Leben lang, aber ich kenne nur Gitter, und die werde ich sehen, wenn ich sterbe mit dem Wissen, dass etwas nicht richtig ist.

Dass man mir vielleicht damit helfen will, mich vor Mord beschützen will, das weiß ich doch nicht, woher denn auch?? Es sagt mir ja niemand, denn ich verstehe diese Geschöpfe nicht und sie verstehen auch mich nicht.

Verstehst du wie ich meine?
Das, was diese Wesen brauchen, KÖNNEN wir ihnen einfach nicht geben! Schau dir den Zoo an, wo so viele unterschiedliche Tiere sind und dann setz z.B. Afrika dem gegenüber, wo diese Tiere auch alle leben. Afrika ist riesig, deswegen haben sich genau diese Merkmale bei den Tieren entwickelt. Sie sind über eine absolute Unzeit an riesige Weiten gewöhnt, an Areale, durch die sie wandern, laufen und sprinten können. Deutschland ist als Land schon zu winzig um diesen Tieren irgend etwas bieten zu können, da schafft es erst recht kein Zoo.

Und eins vergessen wir stets: Wir halten Raubtiere, dazu gehört auch der Eisbär, vorgenannt Knut. Raubtiere zu halten ist ein schweres Unterfangen, sie lassen sich kaum zähmen oder beherrschen, denn sie sind unberechenbar und gerade der Drang eines Raubtieres, der nicht ausgelebt werden kann, macht krank. So süß die ganzen Knuts sind...sie sind und bleiben Raubtiere und sie gehören in ihre Welt. Gerade Raubtiere können sich schwer mit unterdrückten Trieben abfinden, da wird jeder Elefant älter. Für Raubtiere ist das Eingesperrtsein, der enge Platz und dann auch noch Artgenossen, mit denen man in freier Wildbahn gar nix zu tun hätte, schon fast ein Todesurteil. Die entwickeln Krankheiten, die sie in der Naur gar nicht kennen! Es ist so ein Käse zu behaupten, Raubtiere in Gefangenschaft leben länger, weil sie keinem Stress ausgesetzt seien. Also bitte! Das ist doch Mumpitz! Also ich weiß ja nicht, das Raubtier hat in der Natur den "Stress" des Jagens, aber welcher Stress steht dem gegenüber, wenn er in einem Zoo lebt??
Die Frage ist ja auch eher wie lebens-und erstrebenswert so ein Leben ist? Das künstliche Verlängern von Leben ist doch Kokolores! Was hat man davon, wenn man eingesperrt ist und verblödet?
Dann wird der Löwe in freier Wildbahn halt eben nicht 5 Jahre älter, aber er war Löwe, von Anfang bis Ende. Er hat das Leben gelebt, was die Natur ihm gegeben hat und wie sie ihn eingeordnet hat. Zoozahlen geben nur das "Kann" wieder, aber nicht die eigentliche Zeit, die die Natur vorgesehen hat.

Knut war süß und niedlich, das sind alle Eisbären, wenn sie klein sind, aber auch wenn sie größer werden. Er wurde zum Klimasymbol, denn die Eisbären geraten in arge Bedrängnis, weil ihr Zuhause stetig kleiner wird. Sie sehen süß und kuschelig aus, aber man sollte sie trotzdem mit Respekt betrachten. Ich gestehe ehrlich: Ich möchte keinem wilden Eisbären begegnen! Ich möchte auch keinem Löwen begegnen oder einem Bären. Ich liebe diese Tiere, aber ich verstehe sie als das, was sie sind: Jäger.
Beim Hai sieht es jeder (wie ich schon schrieb), er sieht wirklich "gefährlich" aus, ein Eisbär nicht, aber ein Eisbär ist nicht weniger "gefährlich" als ein Hai! Wenn man denn zum Beuteschema passt. Die Katze ist für die Maus auch gefährlich. Die Katze sieht süß und kuschlig aus, aber sie ist eine gerissene Jägerin, schon fast kaltblütig, möchte man sagen. ;-) Wie ihre Verwandten. Ihr habt es ja alle schon selbst erlebt mit euren Katzis. Ein zahmer Tiger, aber immer noch ein Tiger. ;-)
:pfote: Liebe Grüße von Bine & den Fellis :pfote:

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Re: Knut ist tot...

Beitragvon Reggi59 am Sa 26. Mär 2011, 16:43

Was Mephisto schreibt:
:ja: :ja: :ja: :ja: :ja: :ja: :ja: :ja: :ja:
Wildtiere gehören in die Natur.
Reggi59
 

Re: Knut ist tot...

Beitragvon uschi am Sa 26. Mär 2011, 22:11

jetzt ist Knut bei seinem Papa :kerze:

traurige Grüße
Uschi
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Re: Knut ist tot...

Beitragvon Samuja am So 27. Mär 2011, 13:34

Ich denke, Bine triffts gut.
Das Problem entsteht immer dann, wenn wir Menschen meinen, Tiere vor sich selbst beschützen zu müssen. Das kann nur schiefgehen.
Auch bei der Katzenhaltung. Auch hier sind es Raubtiere, die sich uns anschließen. UNd es ist toll, dass die das gerne machen. Aber wir haben nicht das Recht, sie aus egoistischen Gründen ihres Katzeseins zuberauben und sie zu kleinen Kindern oder Kuscheltieren umzufunktionieren.

Die Teile im Leben von Tieren, wo sie geschützt werden MÜSSEN, da sind WIR dran Schuld. Wir müssen Tiere nicht vor sich selbst beschützen, nur vor Menschen.

LG, Sam
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Feli: 05/2008 - 17.07.2015 (<3),
Und die verrückten Pflegis Fitz und Fatz
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Re: Knut ist tot...

Beitragvon Mephisto am So 27. Mär 2011, 17:26

Samuja hat geschrieben:
Die Teile im Leben von Tieren, wo sie geschützt werden MÜSSEN, da sind WIR dran Schuld. Wir müssen Tiere nicht vor sich selbst beschützen, nur vor Menschen.

LG, Sam


Genau das wollte ich damit sagen. :ja:
:pfote: Liebe Grüße von Bine & den Fellis :pfote:

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