Erfahrungsaustausch bei Verhaltensproblemen (Unsauberkeit, Aggressivität, Zusammenführung ...)

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Wenn ein Kitten sich nicht benimmt - Einzelhaltung.

Wenn ein Kitten sich nicht benimmt - Einzelhaltung.

Beitragvon Samuja am Mi 20. Okt 2010, 21:17

Liebe Foris.
Immer wieder bekommen wir ähnliche Anfragen. Im Moment häuft sich besonders die, dass eine Jungkatze sich nicht "benimmt".

Zuerst mal das Wichtigste: Katzen benehmen sich immer! Sie benehmen sich, wie Katzen es eben tun. Wenn eine Katze Verhalten zeigt, das wir nicht wünschen müssen wir an UNS arbeiten, nicht an der Katze.

Das häufigste Problem ist, dass es EIN Kitten ist!
Leider hält sich das Gerücht hartnäckig, dass Katzen Einzeltiere sind. Das ist schlichtweg FALSCH!
Und ganz besonders tragisch ist dieses Gerücht für die Kleinen.

Kitten in Einzelhaltung zeigen schnell auffällliges Verhalten, was zuerst als "süßes Toben", spätestens in der Flegelphase aber als Agression benannt wird.

Der Prozess läuft häufig so ab:
Zu Beginn klettert das Kleine die Beine hoch, beißt "liebevoll" und tobt sich an seinem Mneschen aus. Spätestens mit 1-2 Kilo Körpergewicht wird das aber eine schmerzhafte Angelegenheit.
Später beginnt der Jungspunt damit, sich hinter Ecken zu verstecken und uns zu "attakieren". Zudem zerlegt er immer öfter die Wohnungseinrichtung, zerkaut Papiere und wird unberechebar.
Oft zwischen dem 1. und dem 3. Jahr zeigen sich Auffälligkeiten wie "Danebenurinieren", Handfeste Aggressionen und ähnliche Anzeichen für Langeweile und psychischem Stress.
Teilweise folgt darauf eine Lethargie. DIe Katze hat aufgegeben, ihr Leid bemerkbar zu machen. Die Menschen denken oft, sie sei ruhiger geworden. Es ist aber eher aufgeben.

Das ist das Schicksal eines jeden Einzelkittens!

Denn trotz allen Bemühens der Dosis: Den Partner kann der Mensch nciht ersetzen.
Der Mensch kann nicht mit raufen und genießt nciht die kleinen Jagereien durch die Wohnung. Er liebt das Spiel "sich gegenseitig beißen" nicht und kloppt sich nicht so schön um Futter mit dem Kleinen.
Der Mensch leckt einem nicht das Fell an den Stellen, wo man nicht drankommt und liegt nicht mit einem an der Heizungsliege zum Kuscheln.
Der Mensch kann viele tolle Sachen: Aber kein Kittenpartner sein!

Sind 2 Katzen nicht viel teurer und Arbeitsaufwändiger?
2 Katzen machen vielleicht ein bisschen mehr Dreck! Dafür aber weniger kaputt in der Wohnung! Weil sie nicht mit dem Möbeln, sondern gegenseitig toben!
2 Katzen fressen mehr und kosten mehr Tierarztkosten! Aber sie werden seltener krank weil sie ausgelassen und glücklich sind.
2 Katzen brauchen vielleicht doppelte Streicheleinheiten! Aber sie geben auch 4x soviel wieder! (Wer kann sich denn nicht an 2 sich putzenden Katzis erfreuen!)
2 Katzen wollen vielleicht manchmal unter sich sein! Aber es stimmt nicht, dass sie dann weniger "Handzahm" werden: IM GEGENTEIL!! ZU 2. trauen sie sich mehr!

Wer dennoch nciht bereit ist, 2 Kitten zu sich zu holen, sollte im Namen des KLeinen ganz darauf verzichten. In unseren Tierheimen sitzen auch immer wieder Katzen, die wirklich Einzelgänger sind. Sie haben oft so schreckliche Erlebnisse hinter sich, dass sie andere Katzen nur als Konkurez sehen. So eine Katze kann und muss allein gehalten werden. KITTEN SIND ES ABER NICHT!

Ein kleiner Hinweis zu Kitten generell:
Kitten sollen mindestens 12 Wochen bei der Katzenmama sein, um ausreichende soziale Fährigkeiten zu erlangen. Zwar können sie ab der 8. Woche normales Futter bekommen, aber die Prägephase ist DANACH!
Manchmal ist das aufgrund trauriger Umstände nicht möglich. Hier empfiehlt es sich zu dem zu jungen Kitten ein 12 Wochen altes zu setzen, das dem Kleineren die Welt "erklären" kann.

Kann ein Kitten zu einer älteren Katze?
Diese Frage lässt sich nicht so pauschal beantworten, wie die oberen. Das kommt auf den Charakter beider Tiere an. Bei adulten Katzen lässt der Spieltrieb meist so mit dem 3., bei Katern mit dem 4. Lebensjahr nach. Die Tiere spielen dann zwar noch, dameln aber nicht mehr so viel allein herum. Ein damelndes Kitten kann die älteren stressen. Andersherum ist das KLeine von dem Großen eher gelangweilt. Das kann wieder zu Verhaltensauffälligkeiten führen, zudem zu Streit unter den Katzen.
Zwar haben Kitten bis zur Geschlechtsreife eine Art "Welpenschutz", aber spätestens dann können die Kloppereien losgehen.
Eine solche Entscheidung muss also gut überlegt werden. (auch hier gilt: meist gehen 2 Kitten zu einem großen besser!)
Wenn jedoch das Großtier auch noch immer verspielt ist, das Kitten besonders ruhig, oder eben eher an den Erwachsenen orietntiert ist, kann aus solch einer Verbindung eine tolle Freundschaft erwachsen.
Grade Kater "adoptieren" die Kleinen manchmal!

Die Welt ist für eine kleine Katze eh schon ein aufregender, spannender und auch gruseliger Ort! Mit einem Partner an der Seite, der das Leben mit einem Verbringt, ist alles viel einfacher und fröhlicher! Wir Menschen sind dafür verantwortlich, dass es unseren Tieren gut geht!

Liebe Grüße
Samuja
Samuel, Nemo, Runa
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Re: Wenn ein Kitten sich nicht benimmt - Einzelhaltung.

Beitragvon samtpfoetchen am So 10. Jun 2012, 21:46

ein richtig guter Artikel zum Thema

http://kurier.at/nachrichten/4499312-ka ... aenger.php
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